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Dienstag, 29. August 2017, 09:15 Uhr

CGC Cramer Gesundheits-Consulting GmbH

Neue CED-Untersuchung an der Universität Duisburg-Essen

Colitis ulcerosa-Schub: Einfluss von Mesalazin und Myrrhinil-Intest® auf die metabolische Leistung des Mikrobioms

Eschborn – Aktuelle Untersuchungen der Forschergruppe um Prof. Jost Langhorst, Leiter Integrative Gastroenterologie, Universität Duisburg-Essen, haben gezeigt, dass das Phytotherapeutikum Myrrhinil-Intest® im akuten Colitis ulcerosa-Schub für eine höhere Konzentration an kurzkettigen Fettsäuren (SCFA) im Stuhl sorgt als Mesalazin [1]. „Die SCFA erfüllen zahlreiche essenzielle Aufgaben im Darm“, erklärt Langhorst, „sie sind beispielsweise für die Energieversorgung der Enterozyten sowie für die Mucinproduktion sehr wichtig.” Bei CED sei eine klare Korrelation zu erkennen: Je ausgeprägter die Entzündung, desto geringer die Menge an SCFA. „Wir konnten in unserer Studie zeigen, dass im akuten Schub unter dem Mesalazin ein relevanter Abfall der SCFA zu beobachten war, nicht jedoch unter dem Myrrhe-Arzneimittel.“

In der aktuellen Analyse wurden 89 Colitis-ulcerosa-Patienten untersucht, von denen 43 im Untersuchungszeitraum von 12 Monaten einen Schub entwickelten. Unter Mesalazin war im Schub ein signifikanter Abfall der SCFA zu beobachten. Bei den Patienten, die das Myrrhe-Arzneimittel einnahmen, verringerte sich hingegen die SCFA-Konzentration nicht signifikant. In der Remissionphase war diesbezüglich kein Unterschied in den beiden Therapieregimes zu erkennen. Die neuen Daten, die 2017 auf den internationalen gastroenterologischen Fachkongressen DDW (Digestive Disease Week, Chicago) und UEG Week (United European Gastroenterology, Barcelona) vorgestellt wurden, basieren auf einer von Langhorst et al. publizierten RCT (Randomised Clinical Trial): Hier konnten die Wissenschaftler zeigen, dass das Phytotherapeutikum zur Remissionserhaltung bei Colitis ulcerosa dem Goldstandard Mesalazin im Rahmen der Studie nicht unterlegen war [2].

Mikrobiom SCFA Darmvitalität

Zu den relevanten SCFA im Darm gehören Acetat, Proprionat und Butyrat, welche das Endprodukt der mikrobiellen Fermentation von Ballaststoffen darstellen. Diese werden von der Dickdarmschleimhaut absorbiert und im Organismus der Energiegewinnung zugeführt, wobei insbesondere Butyrat für die Energieversorgung der Darmschleimhaut von überragender Bedeutung ist, da die Enterozyten formal nicht an den Blutkreislauf angeschlossen sind. Zu den weiteren Funktionen gehört unter anderem die Förderung der Mucinproduktion, Erzeugung von saurem Milieu im Darm sowie die Regulation des Darmimmunsystems. So fördern SCFA beispielsweise die Differenzierung von regulatorischen T-Zellen. Generell sei eine klare Korrelation bei CED zu erkennen: „Je stärker die Inflammation, desto weniger SCFA. Eine hohe, im Sinne von physiologische SCFA-Konzentration ist demnach ein definitiv anzustrebender Parameter bei CED-Patienten“, erläutert Langhorst.

Kombinationsvorteil durch ergänzende Wirkung

Wie bereits in Studien zuvor gezeigt werden konnte, zeigt das Phytotherapeutikum nicht nur in punkto SCFA ein anderes Wirkspektrum auf als das Aminosalizylat Mesalazin [3]: Das Aminosalizylat hemmt die Synthese der Entzündungsbotenstoffe Leukotriene und Interleukine und bindet außerdem an deren Rezeptoren, wodurch die Wirkung der vorhandenen Botenstoffe zusätzlich verringert wird. „Wir haben Hinweise dafür gefunden, dass das pflanzliche Arzneimittel hingegen ausschließlich direkt an der Schleimhaut im Gastrointestinaltrakt wirkt und nicht über systemische Effekte am Immunsystem“, so der Essener Gastroenterologe. Zwei weitere Untersuchungen zum Wirkmechanismus ergaben darüber hinaus, dass die Einzelkomponenten des Phytopharmakons synergistische Effekte aufweisen und dass die Pflanzenkombination die Freisetzung von pro-inflammatorischen Mediatoren durch menschliche Makrophagen verringert [4,5]. „Auf Basis dieser Erkenntnisse ist zu konstatieren, dass im Rahmen der Remissionserhaltungstherapie die Kombination von Mesalazin mit Myrrhinil-Intest® eine sinnvolle Therapieoption darstellen kann, deren ergänzende Wirkmechanismen spürbare Vorteile für die Patienten ergeben könnten.“

Literatur:
Die Quellen 1-5 können auf Wunsch unter folgendem Pressekontakt angefordert werden.