Übersicht / Verband der Ersatzkassen e. V. / Meldung vom 19.09.2012

Mittwoch, 19. September 2012, 10:54 Uhr

Verband der Ersatzkassen e. V.

Gemeinsame Pressemitteilung

Drei Jahre www.pflegelotse.de der Ersatzkassen - 44 Millionen Aufrufe / Kooperation mit www.heimverzeichnis.de: Grüner Haken® für Verbraucherfreundlichkeit und Lebensqualität / Pflegenoten müssen weiterentwickelt werden

Berlin – Drei Jahre nach Online-Schaltung des Internetportals der Ersatzkassen www.pflegelotse.de zieht der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) eine positive Bilanz. "Der vdek-Pflegelotse ist eine Erfolgsgeschichte. Er hat sich zum Marktführer unter den Informationsportalen für Pflegeeinrichtungen entwickelt", so Ulrike Elsner, vdek-Vorstandsvorsitzende. Bereits über 44 Millionen Mal haben Ratsuchende den vdek-Pflegelotsen aufgerufen. Das sind rund 1,25 Millionen Aufrufe im Monat. Zudem haben sich 800 Webseiten mit dem vdek-Pflegelotsen verlinkt, darunter etliche Beratungs- und Informationsseiten, Wohlfahrtsverbände, Bundesländer und Kommunen.

Seit Start des vdek-Pflegelotsen wurde das Informationsportal stetig weiterentwickelt, um es nutzerfreundlicher zu gestalten. Dabei wurden Anregungen der Nutzer berücksichtigt.

Aktuell wurde auch das Qualitätssiegel Grüner Haken® des www.heimverzeichnis.de in den vdek-Pflegelotsen integriert. Damit ist nun eine verbesserte Verbraucherinformation und eine ergänzende Orientierungshilfe bei der Suche nach dem passenden Heim gegeben. Möglich wurde dies durch die Kooperation mit der Bundesinteressenvertretung der Nutzerinnen und Nutzer von Wohn- und Betreuungsangeboten im Alter und bei Behinderung e.V. - kurz BIVA, die das Heimverzeichnis vor drei Jahren entwickelt hat. Das Besondere am Heimverzeichnis und der Mehrwert für den vdek-Pflegelotsen sind die Ergebnisse der Begutachtungen zur Lebensqualität, die mit dem Grünen Haken® dokumentiert werden.

Der Grüne Haken® ist das Siegel für Verbraucherfreundlichkeit und Lebensqualität in Einrichtungen der stationären Betreuung, welches nach Prüfung durch die BIVA für zwölf Monate vergeben wird. Unabhängige und ehrenamtliche Gutachter prüfen die Heime nach den Dimensionen Autonomie, Teilhabe und Menschenwürde. Hierzu werden neben den Leitungskräften auch die Bewohner befragt. Die Teilnahme der Einrichtungen an dem Prüfverfahren ist freiwillig und kostenpflichtig. Gefördert wurde das Projekt bislang vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Katrin Markus, Geschäftsführerin BIVA e.V. und Gesellschafterin Heimverzeichnis gGmbH, erklärte: "Wir wissen aus Umfragen, dass Menschen in stationären Einrichtungen ihr Wohlfühlen auch von anderen Faktoren abhängig machen als der Qualität des Essens, der pflegerisch-medizinischen Leistungen und der Hygienestandards. Der Grüne Haken® stellt die Lebensqualität und Verbraucherfreundlichkeit in den Mittelpunkt und ist daher eine sinnvolle Ergänzung zu den Pflegenoten."

Weiterentwicklung der Pflegenoten
Die vdek-Vorstandsvorsitzende Elsner betonte, die Pflicht zur Veröffentlichung der Pflegenoten sei ein großer Schritt zu mehr Transparenz in der Pflege gewesen. Qualität sei damit noch stärker in das Bewusstsein der Pflegeeinrichtungen gerückt. Der überwiegende Teil der Pflegeeinrichtungen akzeptiere das Notensystem. Nur eine geringe Zahl von Pflegeeinrichtungen, nämlich drei Prozent, haben gegen die Veröffentlichung geklagt. Nun sei es an der Zeit, die Pflegenoten weiterzuentwickeln. Kritik wurde insbesondere an der "Gewichtung der Qualitätskriterien" geübt.

So fordern die Pflegekassen insbesondere, dass künftig wesentliche Pflegeschwerpunkte stärker bei der Gesamtnote gewichtet werden: Vermeidung und Versorgung von Druckgeschwüren (Dekubitus), Versorgung mit Essen und Trinken (Nahrungsaufnahme) und die Vermeidung bei Stürzen (Sturzprophylaxe). Hingegen sollen weniger wichtige Kriterien wie die Frage nach der Veranstaltung von jahreszeitlichen Festen gestrichen werden. Ziel ist es hier, eine höhere Differenzierung der Bewertung der Einrichtungen zu erreichen. Elsner forderte die Verbände der Pflegeeinrichtung auf, die kurzfristige Weiterentwicklung des Notensystems nicht zu blockieren. "Die Verbesserung des Systems liegt im Interesse der Pflegebedürftigen, aber auch der Heime." Leider sei es zwischen den Vertragspartnern bislang nicht zu einer Einigung gekommen, weshalb die Schiedsstelle angerufen werden musste, die bis Anfang 2013 entscheiden wird.