Übersicht / Ärztekammer Nordrhein / Meldung vom 24.11.2014

Montag, 24. November 2014, 09:42 Uhr

Ärztekammer Nordrhein

Pressemitteilung

Finanzierung der Krankenhäuser reformieren
Jahr für Jahr fehlen mehr als drei Milliarden Euro für Investitionen

Düsseldorf – Eine Kraftanstrengung von Bund und Ländern zum Erhalt gut erreichbarer und leistungsstarker Krankenhäuser hat die Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein am Samstag, 22. November 2014 in Düsseldorf gefordert. „42 Prozent der Kliniken haben im Jahr 2013 Verluste geschrieben“, verdeutlichte der Präsident der Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke, vor den rheinischen Delegierten die finanzielle Notlage vieler Krankenhäuser.

„Statt der notwendigen sechs Milliarden Euro stellen die Bundesländer nur 2,7 Milliarden Euro an Investitionsmitteln zur Verfügung“, nannte Henke einen der Gründe für die schwierige finanzielle Lage vieler Kliniken. Als Antwort darauf griffen die Krankenhäuser notgedrungen auf Betriebsmittel zurück, um notwendige Investitionen zu tätigen. Dies habe Konsequenzen, so Henke: „Jeder Euro für Investitionen, der einem Krankenhaus vom Land vorenthalten und dann im laufenden Betrieb abgeknapst wird, geht zu Lasten von Beschäftigten und Patienten.“

Die Delegierten der Kammerversammlung forderten Bund und Länder zudem dazu auf, Steigerungen bei den Personalkosten der Kliniken voll auszugleichen. „Darüber hinaus sind aktuelle Kostenentwicklungen realistisch zu erfassen und zeitnah bei der Vergütung zu berücksichtigen“, heißt es in einer Entschließung des rheinischen Ärzteparlaments. Zudem müssten Kliniken auch die Behandlungen von Patienten mit besonders komplizierten, therapieaufwändigen und seltenen Krankheiten sachgerecht abrechnen können.

„Die sichere Versorgung der Bevölkerung in strukturschwachen Gebieten ist durch Vergütungszuschläge zu gewährleisten. Krankenhausträger und Kostenträger sollen die Möglichkeit erhalten, in regionalen und lokalen Verhandlungen dem spezifischen stationären Versorgungsbedarf vor Ort gerecht zu werden“, mahnten die Delegierten auch eine Reform des derzeitigen Fallpauschalensystems an, das systematisch rote Zahlen in den Bilanzen der Kliniken produziere.