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Freitag, 29. September 2017, 12:57 Uhr

Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit und Pflege

Themenspezial: Alzheimer/Demenz

Pressemitteilung

Huml unterstützt neues Demenz-Forschungsvorhaben – Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin: Krankheit darf enge Beziehung zu Angehörigen nicht zerstören

München – Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml will erreichen, dass Menschen mit Demenz weiter eine enge Beziehung zu ihren Angehörigen haben können. Die Ministerin unterstützt deshalb ein multimediales Forschungsvorhaben, das zum 1. Oktober starten wird. Dabei soll unter anderem ein demenzgerechtes Computerprogramm entwickelt werden, damit die Kommunikation nicht endet. Huml betonte am Freitag: "Menschen mit Demenz ziehen sich oft mehr und mehr zurück, was ein Fortschreiten der Krankheit begünstigt. Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen, um so zu mehr sozialer Teilhabe beizutragen."

Die Ministerin fügte hinzu: "Die kommunikativen Fähigkeiten von Menschen mit Demenz nehmen im Verlauf der Erkrankung ab. Damit fällt es pflegenden Angehörigen zunehmend schwer, mit den Betroffenen eine Beziehung zu bewahren. Auch für professionell Pflegende ist es schwer, zu den Erkrankten ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Es müssen daher neue Wege gesucht werden, damit die Qualität der Beziehung mit Betroffenen verbessert wird. Hier setzen die Forscher an."

Das bayerische Gesundheits- und Pflegeministerium unterstützt das Forschungsvorhaben der Hochschule für angewandte Wissenschaften München mit knapp 94.000 Euro im Rahmen der Bayerischen Demenzstrategie. Titel ist: "DA:Bei – Demenzerkrankte und Angehörige: Beziehungen erweitern und intensivieren". An dem Projekt sind die Münchner Alzheimergesellschaft, die Münchner Volkshochschule, das Kompetenzzentrum München, die Fachstellen für häusliche Versorgung, die Beschwerdestelle, die Alten- und Service-Zentren (ASZ), das Seniorenzentrum Christian-Dierig-Haus in Augsburg und das Seniorenzentrum Wolfratshausen als Praxispartner beteiligt. Mit ersten Ergebnissen ist Ende 2019 zu rechnen.

Huml unterstrich: "Kommunikation ist der Schlüssel für gegenseitiges Verständnis und eine wichtige Brücke in die Welt von Menschen mit Demenz. Ziel des Projekts ist es, zum einen konkrete Verfahren und Instrumente zu entwickeln, die im Alltag gut einsetzbar sind. Zum anderen soll weiterer Forschungsbedarf abgeleitet werden. Im Fokus steht, die Angehörigen im Umgang mit Demenzpatienten zu unterstützen, schnell umsetzbare Konzepte zu entwickeln, gemeinsame Aktivitäten zu befördern und dabei individuelle Potentiale zu nutzen."

Dazu soll in den Kooperationseinrichtungen untersucht werden, wo prototypische Kommunikationsmängel zu Tage treten und wie diese durch alternative Kommunikationsangebote ausgeglichen werden können. Auch bekommt Biografiearbeit mehr Raum, denn die gemeinsame Beschäftigung hat einen wesentlichen positiven Einfluss auf die Beziehungsqualität. Daher sollen Angehörige zusammen mit dem Betroffenen zurückliegende Ereignisse gemeinsam erarbeiten. Dabei wird auf Fotografien, aber auch auf Audio- oder Filmsequenzen gesetzt.

Für Demenzerkrankte, für die dieser Weg aufgrund der Krankheitsverlaufs nicht mehr möglich sein sollte, werden Videoclips entwickelt, die einen klaren Bezug zu generationstypischen Erlebnissen aufweisen. Geplant ist zudem ein demenztaugliches Computerspiel, das ein gemeinsames Spiel mit den Angehörigen ermöglichen soll. Dabei ist die Gestaltung unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade und Hilfen vorgesehen.

Das Forschungsvorhaben ist ein Projekt im Rahmen der Bayerischen Demenzstrategie. Informationen dazu finden Sie unter www.leben-mit-demenz.bayern.de.