Porträt
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Mittwoch, 11. Juni 2008, 10:25 Uhr
PROFESSOR DR. GÜNTER NEUBAUER
Ökonom als Berater im Gesundheitswesen
Professor Dr. Günter Neubauer sorgt derzeit für Wirbel im Streit um den geplanten Gesundheitsfonds: In einem Gutachten war er mit anderen Wissenschaftlern zu dem Ergebnis gekommen, dass es erst im August kommenden Jahres verlässliche Daten zur Errechnung der Be- und Entlastungswirkungen des Fonds geben wird. Der Fonds dürfe deshalb nicht wie geplant zu Beginn 2009, sondern frühestens im Jahr 2010 eingeführt werden.

Nicht zum ersten Mal gibt der Experte seine Meinung zum deutschen Gesundheitssystem ab. Immer wieder kritisierte er in der Vergangenheit Reformen und deren Auswirkungen auf die Versicherten. Dabei blickt Neubauer auf viel Erfahrung zurück: Bereits seit 32 Jahren lehrt er an der Bundeswehruniversität in München Volkswirtschaftslehre. Sein Forschungsschwerpunkt liegt in der Gesundheits- und Sozialökonomie. Zudem ist er seit 1991 Direktor des Institutes für Gesundheitsökonomik (IfG). Aus allen Bereichen des Gesundheitswesens werden im IfG sozio-ökonomische Fragestellungen bearbeitet, die Schwerpunkte liegen in der integrierten Versorgung und dem Krankenhausmanagement.

Neubauers Lebenslauf liest sich wie die Auflistung deutscher Expertenkomissionen: Von 1987 an beriet er drei Jahre lang die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zu den Themen Gesundheit und Gesetzliche Krankenversicherung. Von 1991 an war Neubauer für sieben Jahre Mitglied im Sachverständigenrat für die konzertierte Aktion im Gesundheitswesen. 1992 war er Vorsitzender der Expertenkommission „Reform der Krankenhausfinanzierung“ des Gesundheitsministeriums. Als Berater war er zudem für Rettungsdienste, Krankenhäuser und Krankenkassen tätig. Seit 2006 ist er Vorstandsvorsitzender der Akademie für Krankenhaus- und Gesundheitsmanagement e.V.

Nach Neubauers Ansicht sind weitere Einsparungen notwendig, um das Gesundheitssystem zu modernisieren und für die Zukunft zu wappnen. Würden Patienten mehr an den krankheitsbedingten Kosten beteiligt, würde sich Prävention lohnen und rechnen. Das System an sich sei überreguliert und brauche mehr Freiheit, so der Ökonom.
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