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Saarlandweit werden alle Klinik-Patienten auf den gefährlichen Krankenhauskeim MRSA untersucht

Saarländisches MRSAar Netzwerk startet Pilotprojekt

Saarbrücken – Bedeutende bakterielle Krankheitserreger sind mittlerweile gegen viele Antibiotika resistent und verursachen unter Umständen schwere bis tödlich verlaufende Infektionen. MRSA, der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus als wichtigster Keim aus dieser Gruppe, stellt in nahezu allen Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen und Pflegeheimen ein großes Problem dar. Um mehr über das Vorkommen dieses Keims und seine Verbreitungswege im Saarland zu erfahren, werden ab dem 18. Oktober saarlandweit ALLE stationären Aufnahme-Patienten durch eine einfache Abstrichuntersuchung des Rachens und der Nasenvorhöfe auf MRSA untersucht. Erstmalig in Deutschland werden in einem so großen Gebiet flächendeckend alle Patienten untersucht. Gesundheitsminister Georg Weisweiler: „Die Erkenntnisse über MRSA sind auch im Zuge der Diskussionen um Standards bei der allgemeinen Krankenhaushygiene ein wichtiger Baustein. Ich freue mich daher sehr, dass ein so einmaliges Unterfangen hier bei uns im Saarland möglich ist und bin besonders froh, dass sich ausnahmslos alle Kliniken an der Untersuchung beteiligen. Durch das flächendeckende Screening haben wir die einmalige Gelegenheit, einen Überblick über die Risikofaktoren und MRSA-Lasten für die stationären Einrichtungen des Saarlandes zu erhalten.“ Anschließend können darauf aufbauend die MRSA-Prävention und die Kontrollstrategien verbessert werden. Das Vorhaben wird durch Mittel des Ministeriums für Gesundheit und Verbraucherschutz und des Bundesministeriums für Gesundheit gefördert.

Erstmals in Deutschland wird hierzu an einem Universitätsklinikum ein sogenannter WASP®-Roboter eingesetzt, um die ca. 30.000 zusätzlichen mikrobiologischen Proben in einem automatisierten Verfahren zu verarbeiten. Dieses neuartige Gerät steht erst seit dem 30. September im mikrobiologischen Labor in Homburg. Der „Walk-Away Specimen Processor“ (WASP) automatisiert einen Arbeitsgang, der bisher nur von Hand erledigt werden konnte: Das Anlegen mikrobiologischer Proben für Hochdurchsätze. Professor Dr. Mathias Herrmann, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene des UKS: „Das gleichzeitige und einheitliche Vorgehen aller Krankenhäuser zur MRSA-Diagnostik für die Dauer des Aufnahmeprävalenz-Screenings wird für die Vergleichbarkeit der Ergebnisse und damit für begründete, durch epidemiologische Daten gestützte Konsequenzen von großem Wert sein. Wir Mikrobiologen freuen uns natürlich, dass diese umfangreiche gemeinsame Aktion mit voraussichtlich ca. 30.000 zusätzlichen Untersuchungen im Labor durch den neuen Roboter „die Wespe“ (engl. „Wasp“) so effizient unterstützt wird.“

Professor Dr. Wolf-Ingo Steudel, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKS: „Eine wichtige Aufgabe eines Universitätsklinikums ist die Durchführung von guten, kontrollierten klinischen Studien. Diese haben die höchste Wertigkeit, was die Aussagekraft angeht. Ich bin deshalb sehr froh, dass es in einem derart komplexen Bereich wie den MRSA-Infektionen gelungen ist, für Herrn Prof. Herrmann eine derartige Studie nicht nur hinsichtlich der Kosten aufzulegen, sondern jetzt auch mit der Unterstützung des Ministeriums für Gesundheit und Verbraucherschutz, diese saarlandweit mit den entsprechenden Kliniken durchzuführen.“

Hintergrund:

MRSA bezeichnet einen gegen Penicillin-ähnliche Antibiotika (sogenannte Betalaktam-Antibiotika) resistenten bakteriellen Krankheitserreger, der nur noch auf eine Behandlung mit sogenannten „Reserve-Antibiotika“ anspricht. Diese Antibiotika sind oft schlechter wirksam, für den Patienten meist schlechter verträglich als die herkömmlichen Präparate und zudem teurer in der Anschaffung. MRSA kann unter anderem Infektionen der Haut, der Weichteile, des Herzens und von Wunden verursachen. Die Mehrheit der Betroffenen in Deutschland und Zentraleuropa infiziert sich während einer Behandlung in Krankenhäusern mit diesem Erreger. Zahlreiche Studien belegen, dass MRSA kontrolliert und reduziert werden kann.