Übersicht / Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit / Meldung vom 01.04.2011

Freitag, 01. April 2011, 12:20 Uhr

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit

Schutz vor Masern und Keuchhusten im Mittelpunkt der Bayerischen Impfwoche

Söder: Impfen ist die beste Prävention - ein Leben lang

München – Impfen ist die einfachste und wirksamste Prävention gegen viele Infektionskrankheiten. Dies betonte Dr. Markus Söder, Gesundheitsminister, heute zum Auftakt der Bayerischen Impfwoche (4. bis 9. April) in München. "Wer seinen Impfschutz regelmäßig überprüft, schützt sich und seine Mitmenschen", so Söder. Im Mittelpunkt der Impfwoche stehen die Impfungen gegen Masern und Keuchhusten - insbesondere auch für Jugendliche und Erwachsene. Beide Infektionskrankheiten sind als typische "Kinderkrankheiten" bekannt. Die wenigsten Menschen wissen aber, dass dies längst nicht mehr zutrifft. Sowohl bei Masern als auch bei Keuchhusten zeigt sich laut Söder, dass in den vergangenen Jahren zunehmend Jugendliche und Erwachsene erkranken - häufig mit schweren Komplikationen wie Lungenentzündung oder Entzündungen des Gehirns. "Impfungen müssen uns ein Leben lang begleiten, nicht nur im Kindesalter", so Söder.

Im vergangenen Jahr wurden in Bayern 219 Masernfälle gemeldet, ein Drittel davon waren Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren, ein weiteres Drittel Erwachsene zwischen 18 und 39 Jahren. Rund 70 Erkrankte mussten stationär im Krankenhaus behandelt werden. Besonders hoch war der Anteil bei diesen schweren Verläufen mit 52 Prozent in der Gruppe der jungen Erwachsenen. Auch in diesem Jahr sind in Bayern bereits wieder 110 Masernfälle gemeldet worden. Um die Krankheit einzudämmen braucht es laut Söder höhere Impfquoten. Nach der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen mindestens 95 Prozent der Kinder zweimal gegen Masern geimpft sein. Gegenwärtig sind knapp 94 Prozent der Schulanfänger in Bayern einmal geimpft, fast 86 Prozent haben einen vollständigen Impfschutz.

Keuchhusten kann gerade bei Säuglingen zu lebensbedrohlichen Atemstillständen führen. Sie können in den ersten Lebensmonaten noch nicht selbst geimpft werden und sind umso mehr auf eine geschützte Umgebung angewiesen. Häufig stecken sich die Säuglinge bei ihren Eltern oder Großeltern an. Denn Keuchhusten äußert sich bei Erwachsenen oftmals nur als lang dauernder, hartnäckiger Husten und wird nicht selten erst sehr spät diagnostiziert. Weder eine Impfung noch eine Erkrankung in der Vergangenheit bieten einen lebenslangen Schutz. Die aktuelle Impfquote beträgt bei den Erstklässlern rund 93 Prozent.

Seit 2009 wird auch allen Erwachsenen empfohlen, bei der nächsten fälligen Impfung gegen Tetanus und Diphtherie gleichzeitig auch den Impfschutz gegen Keuchhusten aufzufrischen. Seit Sommer 2010 wird zudem allen nach 1970 geborenen Erwachsenen mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder nur mit einer Impfung empfohlen, sich gegen Masern impfen zu lassen.

Die Bayerische Impfwoche vom 4. bis 9. April 2011 ist eine gemeinsame Aktion aller Vertreter der bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Impfen (LAGI). Ärzte, Apotheker, Hebammen, öffentlicher Gesundheitsdienst, kassenärztliche Vereinigung, Krankenkassen, Wissenschaft und das Bayerische Gesundheitsministerium möchten in dieser Woche das Thema Impfen ins Bewusstsein bringen. Zu diesem Zweck finden vielfältige Aufklärungsaktionen in Arztpraxen, Apotheken, Gesundheitsämtern, Kindergärten, Schulen, Seniorenheimen und Betrieben statt. Zudem gibt es Impfberatungszelte am 2. April in Nürnberg (Lorenzkirche), am 8. April am Flughafen München sowie am 9. April in München (Odeonsplatz) und Würzburg (Vierröhrenbrunnen). Wer sich beraten lassen möchte, sollte am besten gleich den Impfausweis dabei haben. Weitere Informationen unter http://www.schutz-impfung-jetzt.de

Weitere Informationen: http://www.gesundheit.bayern.de