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Mittwoch, 09. April 2014, 09:35 Uhr

Deutsche Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie e.V. (DGET)

Pressemitteilung

Welche Auswirkung hat eine Wurzellängsfraktur für den Zahnerhalt?

Leipzig – Wurzelkanalbehandlungen sind schwierige zahnärztliche Behandlungen. Nach oder während dieser kann eine Längsfraktur der Wurzel auftreten. Sollte dies der Fall sein, ist die Prognose, den Zahn zu erhalten, schlecht. Die Deutsche Gesellschaft für Endodontologie und zahnärztliche Traumatologie e.V. (DGET) weist darauf hin, dass eine Wurzellängsfraktur die Extraktion eines Zahnes notwendig macht.

Die Wurzelkanalbehandlung ist für viele Zähne die letzte Möglichkeit, diese zu erhalten. Tritt während einer Wurzelkanalbehandlung eine Längsfraktur auf, ist diese meist auf die Wurzel des Zahnes beschränkt und beginnt in der Regel an der Innenseite der Wurzel. Ursache für das Auftreten von Wurzellängsfrakturen ist zumeist ein zu hoher Verlust an Zahnhartsubstanz – sei es aufgrund einer Karies, oder aufgrund der Präparation der Wurzelkanäle. Aber auch zu hoher Kaudruck oder die anschließende Versorgung mit einer Krone oder Brücke können als Ursache gesehen werden. Es kommt nicht, wie oft angenommen, zu einer Versprödung des Zahnes durch eine Wurzelbehandlung. Der Feuchtigkeitsgehalt des Zahnes ändert sich nicht.

Liegt eine Fraktur der Wurzel vor, kommt es zu einer Kommunikation des Inneren des Wurzelkanals mit dem Parodont (Knochen und Strukturen, mit denen der Zahn im Knochen verankert ist). Über diese Kommunikationsmöglichkeit treten Bakterien und Entzündungsstoffe in den Raum außerhalb des Zahnes und führen so zu schwerwiegenden, oft chronischen Entzündungen des umliegenden Hart- und Weichgewebes. Reicht der Frakturspalt bis in den Bereich der Gingiva (Zahnfleisch), kann es sogar zu einer Plaqueablagerung und weiterem Eindringen von Bakterien kommen.

Oft ist die sichere Diagnostik der Wurzellängsfraktur schwierig. In vielen Fällen ist eine Veränderung im Röntgenbild (dunkler Schatten seitlich entlang der Wurzel) zu erkennen, auch klinische Symptome treten auf. In der Regel kann bei der klinischen Untersuchung eine lokal erhöhte Sondierungstiefe festgestellt werden.

Die einzige Therapie einer Wurzellängsfraktur ist derzeit die Extraktion des Zahnes. Wird der Zahn bei Beschwerdefreiheit im Mund belassen, kommt es aufgrund der Entzündungsreaktionen zu einem Voranschreiten des Knochenverlustes. Dies sollte vermieden werden, um die Möglichkeiten des Zahnersatzes, z.B. eine Implantation, nicht zu erschweren.

Weiterführende Informationen: www.ErhalteDeinenZahn.de