Übersicht / Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg / Meldung vom 22.10.2007

Montag, 22. Oktober 2007, 15:49 Uhr

Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg

Am 1. November beginnt das diesjährige Winternotprogramm

Zusätzliche Schlafplätze für obdachlose Menschen

Hamburg – Die kalte Jahreszeit steht bevor. Um obdachlosen Menschen Schutz vor Kälte zu bieten, sie vor Ort zu beraten und in das bestehende Hilfesystem zu integrieren, stellt die Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG) ab Donnerstag, 1. November 2007, rund 200 zusätzliche Schlafplätze im Rahmen des Winternotprogramms zur Verfügung. Das diesjährige Winternotprogramm für obdachlose Menschen dauert bis zum 31. März 2008 und kann bei anhaltender kalter Witterung bis zum 30. April 2008 ausgedehnt werden. Die BSG fördert das Winternotprogramm mit rund 400.000 Euro. Hamburgs Zweite Bürgermeisterin und Sozialsenatorin Birgit Schnieber-Jastram: "Auch in diesem Winter gilt: In Hamburg muss niemand auf der Straße übernachten. Mit dem Winternotprogramm stellen wir rund 200 zusätzliche Schlafplätze für Menschen zur Verfügung, die kein Zuhause haben. Ist der Bedarf größer, werden weitere Plätze angeboten, damit auch wirklich niemand in Hamburg der Gefahr des Erfrierens ausgesetzt ist. Gleichzeitig bieten wir allen Betroffenen Hilfe an, die Obdachlosigkeit zu verlassen."

Die 200 zusätzlichen Schlafplätze auf einen Blick

15 Schlafplätze bietet der Träger "fördern und wohnen" in der Übernachtungsstätte "Pik As" in Einzelzimmern für obdachlose Männer oder Paare mit Hunden an. Weitere 100 Plätze des Trägers "fördern und wohnen" stehen in der Wohnunterkunft Sportallee zur Verfügung. Die Zwei-, Drei- und Vierbettzimmer sowie die Sanitär- und Küchenräume befinden sich in einem separaten Gebäude, in dem es auch spezielle Beratungsräume gibt. In ihnen werden die obdachlosen Menschen von Sozialarbeitern beraten und in das weitergehende Hilfesystem einschließlich Job-Center vermittelt. 89 Plätze werden über das Stadtgebiet verteilt in Wohncontainern von zwölf Kirchengemeinden, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, der Evangelischen Fachhochschule für Sozialpädagogik, der Evangelischen Stiftung Alsterdorf und der Heilsarmee angeboten. Die meisten Wohncontainer bestehen aus zwei Räumen für jeweils eine Person. In den übrigen Containern können bis zu drei Menschen übernachten. Besonders hervorzuheben sind zehn Plätze für obdachlose Frauen bei der Hochschule für Angewandte Wissenschaften sowie sechs Plätze für obdachlose Paare bei der Evangelischen Fachhochschule für Sozialpädagogik. Unbürokratische Vermittlung und kostenloser Pendelbus Die Vermittlung der Schlafplätze erfolgt über die Bahnhofsmission am Hamburger Hauptbahnhof, die Tagesaufenthaltsstätte "Bundesstraße" (Bundesstraße 101, Nähe U-Bahn-Station Christuskirche) und für Frauen zusätzlich durch den Tagestreff für obdachlose Frauen "Kemenate" (Charlottenstraße 30, Nähe U-Bahn-Station Emilienstraße). Ein Pendelbus des Caritasverbandes, der durch die BSG finanziert wird, bringt die obdachlosen Menschen jeden Abend kostenlos von der Bahnhofsmission zur Wohnunterkunft Sportallee.

Gute Inanspruchnahme des Winternotprogramms 2006/2007

Das Winternotprogramm 2006/2007 wurde insgesamt sehr gut angenommen. Die im vergangenen Jahr angebotenen Container-Schlafplätze bei den Kirchengemeinden waren zu 98 Prozent ausgelastet, die Übernachtungsplätze in der Wohnunterkunft Sportallee durchschnittlich zu 78 Prozent pro Nacht. Ein großer Erfolg des Winternotprogramms 2006/2007 ist, dass rund 140 obdachlose Menschen in eine Wohnung, eine Wohnunterkunft oder in eine andere Einrichtung vermittelt werden konnten und somit nicht auf die Straße zurückgekehrt sind.

Weitere Hilfs- und Unterstützungsangebote

Von den in Hamburg zur Verfügung stehenden Plätzen in Wohnunterkünften werden derzeit rund 2.700 Plätze von wohnungslosen Menschen genutzt. Zudem können wohnungslose Menschen in Einrichtungen und Projekten von Trägern der Freien Wohlfahrtspflege wohnen und betreut werden (rund 280 Plätze). Des Weiteren stehen allen wohnungslosen Menschen die Fachstellen für Wohnungsnotfälle zur Verfügung. Ihre Aufgabe ist es, Wohnungen an wohnungslose Menschen zu vermitteln. Insgesamt unterstützt und fördert die BSG das Hilfesystem für wohnungslose und obdachlose Menschen mit jährlich rund 37 Mio. Euro. Trotz vorhandener Hilfsangebote gibt es obdachlose Menschen, die ein Leben auf der Straße jeder anderen Wohnform vorziehen. Auch für diese Menschen gibt es umfassende niedrigschwellige Angebote. Sechs Tagesaufenthaltsstätten geben obdachlosen Menschen die Möglichkeit zu duschen, ihre Wäsche zu waschen, sich beraten oder auch ärztlich untersuchen zu lassen. Die obdachlosen Menschen erhalten zu essen und können eine Post-adresse einrichten lassen. Weitere Anlaufstellen für obdachlose Menschen sind Bahnhofsmissionen, Suppenküchen und Essensausgabestellen. Eine Krankenstube mit 14 Betten und die "Mobile Hilfe" bieten täglich eine medizinische und pflegerische Versorgung. Seit Mitte 2005 sind zudem Straßensozialarbeiter in der Innenstadt und in den Bezirken unterwegs, die obdachlose Menschen vor Ort beraten, betreuen und in das Hilfesystem integrieren. Ein Faltblatt der BSG zum Winternotprogramm gibt einen Überblick über die Unterstützungsmaßnahmen für obdachlose Menschen in Hamburg. Es ist im Internet unter http://www.obdachlosigkeit.hamburg.de einsehbar.