Übersicht / EUROFORUM DEUTSCHLAND / Meldung vom 03.05.2007

Donnerstag, 03. Mai 2007, 11:46 Uhr

EUROFORUM DEUTSCHLAND

EUROFORUM-Jahrestagung „Update Gesundheitskarte“

Die Gesundheitskarte ist da

Köln/Düsseldorf – Die ersten 10 000er-Testläufe in den Startregionen Schleswig-Holstein und Sachsen sind angelaufen, Bayern (Ingolstadt) folgt in Staffel 2 noch im Sommer 2007, gemeinsam mit Nordrhein-Westfalen (Bochum-Essen) und Baden-Württemberg (Heilbronn). Dort werden sich an die 10.000er später 100.000er Testläufe anschließen. Rheinland-Pfalz und Niedersachsen folgen in Staffel 3. Auch wenn der flächendeckende Roll-out der elektronischen Gesundheitskarte aktuellen Meldungen zufolge erst im Jahr 2010 abgeschlossen sein könnte, müssen jetzt an vielen verschiedenen Stellen die Voraussetzungen für den Einsatz der eGK geschaffen werden. Immerhin vernetzen sich 21 000 Apotheken, 123 000 niedergelassene Ärzte, 65 000 Zahnärzte, 2200 Krankenhäuser sowie 250 gesetzliche und 50 private Krankenkassen. Allen Beteiligten des Gesundheitswesens stellt sich die Frage, ob ihre Abläufe und Geschäftsprozesse von der eGK und den weiteren Elementen der Telematikinfrastrukur wie zum Beispiel den Heilberufsausweisen (HBA) betroffen sind.

Wie teuer wird die Karte? Über den aktuellen Stand der eGK aus Sicht des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) informiert Staatssekretär Dr. Klaus Theo Schröder auf der EUROFORUM-Konferenz "Update Gesundheitskarte" am 5. und 6. Juni 2007 in Bergisch Gladbach (bei Köln). Schröder nimmt unter anderem eine Kosten- und Nutzenanalyse vor und geht auf den weiteren Zeitplan ein. Laut Bundesregierung betragen die Kosten für den Aufbau der Telematikstruktur bis zu 1,4 Milliarden Euro, dazu kommen jährliche Betriebskosten zwischen 120,0 bis 147,9 Millionen Euro. Diesen Kosten wird ein jährliches Nutzenpotenzial von circa 520 Millionen Euro gegenüber gestellt. (Deutscher Bundestag, Drucksache 16/5010).

Innovative Geschäftsmodelle und Sicherheit Die eGK bereitet den Einstieg in das digitale Gesundheitswesen vor. Die entscheidenden Anwendungen werden aber nicht auf der Karte ablaufen, sondern die Karte und andere Elemente der Infrastruktur als Plattform nutzen. Persönliche elektronische Gesundheitsakten, die Bereitstellung von Röntgenbildern und Befunden, digital unterstütztes Disease Management und Integrierte Versorgungsmodelle bieten Chancen für neue und etablierte Anbieter. "Das spannendste an der Karte ist der Chip", erklärt Michael Herfert vom Fraunhofer Institut für Sichere Informationstechnologie. Der Chip wird - wie bisher - Versichertendaten in sich tragen, die aber künftig noch ergänzt werden können, etwa durch Notfalldaten des Patienten wie Blutgruppe oder Medikamentenallergien. Wenn das Gesundheitsnetz mit all seinen sensiblen Daten steht, müssen für Patienten, Ärzte, Apotheker und Krankenkassen unterschiedliche Rechte eingeräumt werden. Dann kommen die neuen Sicherheitsfunktionen ins Spiel, die durch einen zusätzlichen Mikroprozessor auf dem Kartenchip ermöglicht werden. Auf der EUROFORUM-Konferenz informiert Fraunhofer-Forscher Herfert ausführlich über das innovative Zusammenspiel der neuen Karten mit elektronischen Heilberufs- und Berufsausweisen (HBA/BA) zur Steuerung von Zugriffsrechten.

Die Gesundheitskarte im europäischen Kontext "Der Einfluss der Europäischen Union auf nationale Regelungen und Abläufe wird größer und bedingt vor dem Hintergrund des Subsidiaritätsprinzips eine tiefgreifendere und intensivere Abstimmung auf über- und zwischenstaatlicher Ebene", stellt Markus Weyres fest. Der stellvertretende Geschäftsführer der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland erläutert die Möglichkeiten und Grenzen einer elektronischen Europäischen Health Insurance Card (eEHIC) und stellt erste Arbeitsergebnisse der EU-Kommission zur europaweiten Standardisierung vor.

Auf einem zusätzlichen Intensivfachtag am 4. Juni können sich die Teilnehmer detailliertes Basiswissen über die Gesundheitskarte aneignen. Schwerpunkte liegen hier auf einer logisch zusammenhängenden Vermittlung der notwendigen Grundlagen wie Gesetze, Architektur und Komponenten, eHealthcare und den neuen Herausforderungen durch europäische Richtlinien.

Das vollständige Programm ist im Internet abrufbar unter: http://www.euroforum.de