Übersicht / SWR Fernsehen / Meldung vom 26.09.2006

Dienstag, 26. September 2006, 13:29 Uhr

SWR Fernsehen

Sendehinweis: 28. September 2006, 23.45 Uhr, ARD

„Jana will leben“ Preisgekrönte Dokumentation über Kinder mit Leukämie in der ARD

Stuttgart – Die 6 - jährige Jana Keinath hat akute lymphatische Leukämie. Damit sie gesund werden kann, führt kein Weg an Chemotherapie und Cortison vorbei. Die Nebenwirkungen: Jana gehen die Haare aus, sie nimmt zu, ihre Blutfette steigen an und sie ist anfällig für Infekte. Dennoch ist Jana meist gut gelaunt. Über Tabletten sagt sie: "Sie schmecken nicht gut. Wie Blumen."

Fast ein halbes Jahr hat der Autor und Regisseur Dr. Lothar Zimmermann Jana begleitet. Krebs bedroht das Leben eines Menschen, aber es verändert das Leben der Familie, von Freunden. Der Film profitiert von Zimmermanns Fachwissen, denn der Filmmacher ist Augenarzt. Er schafft es anzurühren, ohne rührselig zu werden. Und vor allen Dingen Mut zu machen, den Kampf mit der Krankheit aufzunehmen. Manche Leukämieformen haben heute unter der richtigen Therapie eine Heilungschance von über 80 Prozent. Dennoch, das ist dem Autoren sehr wichtig, für den Einzelnen geht es um alles oder nichts. Es gibt kein achtzigprozentiges Überleben.

Es ist ein lebensbejahender Film geworden. Trotz einer schweren Krankheit gibt es im Leben viele schöne und bereichernde Momente. Und auf die legt die Dokumentation ein besonderes Augenmerk. Der Zuschauer erfährt viel über die Krankheit "Leukämie" und ihre Behandlungsmöglichkeiten.

Am 20. September wurde "Jana will leben" mit dem EXPOPHARM Medienpreis für Elektronische Medien ausgezeichnet. Lothar Zimmermann kann sich noch über einen weiteren Preis für den Film freuen. Ende November bekommt er den Diakoniepreis Baden und Württemberg für sein einfühlsames Feature verliehen.

Sendetermin: "Jana will leben" am 28. September 2006 um 23.45 Uhr in der ARD.

Leukämien bei Kindern

14 von 100 000 Kindern ( bis 15 Jahren) erkranken pro Jahr an einer Leukämie oder an einem bösartigen Tumor. Je nach Krebsart sind die Heilungschancen unterschiedlich. Bei der akuten lymphatischen Leukämie liegen sie bei siebzig bis achtzig Prozent.

Was passiert bei einer Leukämie im Körper?

Unsere Blutzellen werden im Knochenmark gebildet. Wenn sie ausgereift sind, erfüllen sie besondere Aufgaben. So transportieren die roten Blutkörperchen, die Erythrozyten, den Sauerstoff. Die weißen Blutkörperchen, die Leukozyten, wehren Krankheitserreger ab. Die Blutplättchen, die Thrombozyten lassen das Blut gerinnen. Diese Blutzellen liegen in einem gesunden Körper in einem ganz bestimmten Verhältnis zueinander vor. Bei einer Leukämie vermehren sich bestimmte Zellen auf Kosten von anderen. Bei der ALL, der akuten lymphatischen Leukämie, verdrängen die Lymphoblasten (sie gehören zu den weißen Blutzellen) die anderen Blutkörperchen. Diese Lymphoblasten sind noch unreif, das heißt der Körper hat von ihnen keinen Nutzen. Obwohl die Kinder viele weiße Blutkörperchen haben, sind sie dennoch infektanfällig.

Die Universitätskliniken in Deutschland behandeln Kinder mit Leukämien. Ansprechpartner sind u.a.:

Universitäts-Kinderklinik Prof. Dr. Rupert Handgretinger Hoppe-Seyler-Str. 1 72076 Tübingen Tel.: 07071/ 298 4744

Förderverein für krebskranke Kinder e.V. Mildred-Scheel-Haus Justinus-Kerner-Str. 5 72070 Tübingen 07071/ 4 42 95

in Rheinland-Pfalz: Universitäts-Kinderklinik Mainz Langenbeckstr. 1 55131 Mainz 06131/ 172557

Hinweis: Für die Reihe "betrifft:" im SWR Fernsehen, in der "Jana will leben" zunächst ausgestrahlt worden ist, hat Lothar Zimmermann gerade eine neue Dokumentation über unser Gesundheitssystem fertiggestellt. Unter dem Titel "Notfall Gesundheit" stellt er die Frage, wie viel Medizin wir uns unter den gegenwärtigen Sparzwängen überhaupt noch leisten können. Notfall Gesundheit wird am 2.Oktober um 22.25 h im SWR Fernsehen zu sehen sein.