Übersicht / WOKwissen / Meldung vom 11.07.2018

Mittwoch, 11. Juli 2018, 15:58 Uhr

WOKwissen

Themenspezial: Aus-, Fort- und Weiterbildung

Best-Practice-Konferenz

Wettbewerbsfaktor Pflegekräfte

Berlin – Pflegepersonal im Krankenhaus am 6. September 2018 im Golden Tulip Berlin – Hotel Hamburg

Personaluntergrenzen, Neuordnung der Vergütung, Pflegesofortprogramm

Experten befürchten ein Hauen und Stechen um die Pflegekräfte, sollte das Pflegekräftestärkungsgesetz in seiner aktuellen Form in Kraft treten. Denn zukünftig soll jede zusätzliche Pflegekraft in den Krankenhäusern von den Krankenkassen finanziert werden. Bereits ab diesem Jahr sollen die Kassen zudem sämtliche Tarifsteigerungen fürs Klinikpflegepersonal vollständig übernehmen.

Im aktuellen Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist festgelegt: „Die zusätzlichen Mittel sind zweckgebunden für Pflegestellen am Bett und zwar sowohl für zusätzliche Pflegestellen als auch für die Aufstockung vorhandener Teilzeitstellen zu verwenden.“ Vereinfacht ausgedrückt scheint es – je mehr Pflegekräfte in einer Klinik arbeiten, desto mehr Geld wird es geben.

Um die Attraktivität des Pflegeberufs zu erhöhen, will der Minister für Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Job bis zum Jahr 2024 bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr bereitstellen. Einrichtungen, die ihre Mitarbeiter durch Investitionen in Software und Technik bei Dokumentationsaufgaben entlasten, sollen ebenfalls gefördert werden.

Insgesamt rechnet das Bundesgesundheitsministerium damit, dass die Krankenkassen im Jahr 2019 Mehrkosten von rund 1,2 Milliarden Euro finanzieren müssen. Ein Jahr später liegt dieser Betrag bei rund 1,5 Milliarden Euro, 2021 dann bei rund 1,7 Milliarden Euro.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung fordert Steuermittel aus dem Bundeshaushalt. Der Bundesgesundheitsminister lehnt dies ab und verweist auf die Milliardenrücklagen der Krankenkassen. (Handelsblatt 26. Juni 2018)

Die Beratungen zu den Personaluntergrenzen sollen bis Ende Juli abgeschlossen werden – wenn nicht, das hat das Bundesministerium für Gesundheit klar formuliert, dann kommt eine Ersatzvornahme.

Die Bedeutung der Pflege hat enorm zugenommen, und die Krankenhäuser müssen sich auf neue Rahmenbedingungen einstellen. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich über den aktuellen Sachstand zu informieren!

Folgende Referenten haben zugesagt:

  • Jochen Metzner, Leiter des Referats Krankenhausversorgung, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration, Wiesbaden
  • Wilhelm Walzik, Leiter des Referats 216, Grundsatzfragen der Krankenhausversorgung, Krankenhausfinanzierung, Personal im Krankenhaus, Bundesministerium für Gesundheit, Berlin
  • Dr. Mechtild Schmedders, Leiterin des Referats Qualitätssicherung der Abteilung Krankenhäuser, GKV-Spitzenverband, Berlin
  • Prof. Dr. Lutz Fritsche, MBA, Medizinischer Vorstand, Paul Gerhardt Diakonie gAG, Berlin und Wittenberg
  • Dr. Frank Stollmann, Leiter der Gruppe IV B Öffentliches Gesundheitswesen, Gesundheitswirtschaft des Referats für Gesundheitsrecht, -aufsicht (IV B 1), Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf
  • Andrea Lemke, Pflegedirektorin, Evangelisches Waldkrankenhaus Spandau, Berlin; Vizepräsidentin, Deutscher Pflegerat e. V.
  • Dr. Patrik Jahn, Leiter Pflegeforschung, Universitätsklinikum Halle (Saale); Mitglied der Fachgruppe DRG, Deutscher Pflegerat e. V.

Es ist viel Zeit für Ihre Fragen und einen konstruktiven Dialog geplant.

Nähere Informationen und Anmeldung unter: www.wokwissen.de