Übersicht / Arbeitsgemeinschaft Pro Biosimilars / Meldung vom 13.09.2018

Donnerstag, 13. September 2018, 14:08 Uhr

Arbeitsgemeinschaft Pro Biosimilars

Biosimilar-Symposium am 11.9.2018

Wird 2018 zum Wendepunkt für Biosimilars?

Berlin – Wird 2018 zum Wendepunkt für Biosimilars? Unter dieser Überschrift stand das diesjährige Symposium der Arbeitsgemeinschaft Pro Biosimilars, das am 11. September in Berlin stattfand.

Ein besonderer Fokus lag auf dem bevorstehenden Patentablauf von Humira® (Wirkstoff: Adalimumab), dem mit rund einer Milliarde Euro umsatzstärksten Arzneimittel im GKV-Markt. Erin Federman, Head of Biologics Europe, Mylan, stellte in ihrer Keynote die Humira-Story vor und erklärte, wie es der Firma AbbVie dank Dosierschema, Device und Marketing gelungen ist, das Präparat als drittes in seiner Klasse, zum Mega-Blockbuster zu machen.

Im Anschluss diskutierten Prof. Dr. Jürgen Braun von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh), Dr. Stephan Eder, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Pro Biosimilars, und Detlef Böhler, Strategieeinheit Arzneimittel, BARMER, ihre Erwartungen an den bevorstehenden Biosimilar-Wettbewerb. Braun erhofft sich durch den Biosimilarwettbewerb eine bessere Versorgung durch einen früheren Einsatz der hochwirksamen Biologika und günstigere Preise. Böhler sieht ebenfalls große Chancen, mahnte aber gleichzeitig ein gewisses Maß an Geduld an: „Man muss Ärzte ihre Erfahrungen machen lassen“. Eder sieht den Erfolg der Biosimilars ebenfalls nicht als Selbstläufer. Es gelte, gemeinsam mit Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen daran zu arbeiten, dass Biosimilars für die Versorgung genutzt und Potenziale ausgeschöpft werden.

Das zweite Panel des Tages widmete sich den Biosimilars in der Onkologie und der Frage, ob sich Biosimilars angesichts immer schneller werdender Innovationszyklen und immer kleinerer Patientenpopulationen künftig lohnen werden. Prof. Dr. Wörmann, medizinischer Leiter der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie stellte die sich rasant verändernde Therapielandschaft vor. In der Diskussion mit Patrick Schlebrowski, Managing Director, STADAPHARM, und Bettina Piep, Apothekerin, AOK Nordost kam man zum Fazit, dass es in Zukunft sicher auch Biosimilars in der Onkologie geben werde, dies aber jeweils sehr individuell von den Marktchancen der einzelnen Wirkstoffe abhängen werde.

Am Nachmittag wurde der Blick auf die Zukunft gerichtet: Dr. Carsten Brockmeyer, Vorstand und CEO, Formycon, gab einen Ausblick auf die großen Biosimilars in der Ophthalmologie. Dr. Hermann Allgaier, Managing Director, Teva Biotech, stellte dar, warum es Sinn macht, Biotechnologie in Deutschland zu produzieren. Dr. Andreas Eberhorn, Country Head, Sandoz Austria, zeigte, was man (nicht) von Österreich für Biosimilars lernen kann. Und Dr. Mathias Flume, Geschäftsbereichsleiter Verordnungsmanagement, der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, stellte eindrucksvoll dar, wie es gelingt, mit Biosimilars die Versorgung der Patientinnen und Patienten zu verbessern und gleichzeitig Geld zu sparen.

Walter Röhrer, stellvertretender Vorsitzender der AG Pro Biosimilars knüpfte in seinem Schlusswort daran an und verwies auf Zielvereinbarungen nach dem westfälischen Vorbild, die Information, Beratung und Zielverordnungsanteile beinhalten, als bewährtes Instrument, um die Potenziale von Biosimilars auszuschöpfen.

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Die AG Pro Biosimilars ist die Interessenvertretung der Biosimilarunternehmen in Deutschland.
Sie steht allen Unternehmen offen, die Biosimilars entwickeln, herstellen und für die Versorgung bereitstellen. Die Arbeitsgemeinschaft unter dem Dach des Pro Generika e.V. engagiert sich für einen bedarfsgerechten Zugang der Patientinnen und Patienten zu modernen biopharmazeutischen Arzneimitteltherapien, für eine bezahlbare Versorgung und für faire und nachhaltige Wettbewerbsbedingungen.