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Zeckenstich-Borreliose – Betroffene demonstrieren in Berlin für bessere medizinische Versorgung
Bild: Oliver Wagner

Zeckenstich-Borreliose – Betroffene demonstrieren in Berlin für bessere medizinische Versorgung

Pressemitteilung

Leverkusen/Berlin – Im Rahmen weltweiter Protestaktionen von Borreliosepatienten rief das neue Aktionsbündnis gegen zeckenübertragene Infektionen Deutschland e. V., “OnLyme-Aktion.org” am 11. Mai in Berlin zu einer Protestkundgebung auf.

Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragene bakterielle Infektionskrankheit. Mindestens 200.000 Menschen erkranken jedes Jahr daran. Frühzeitig erkannt, ist sie relativ gut behandelbar. Doch durch unzuverlässige, nicht-standardisierte Tests und unzureichende Behandlung geraten viele dieser Patienten aus Sicht des Aktionsbündnisses in ein spätes Krankheitsstadium mit langem Leiden. Die Patienten klagen über eine schlechte medizinische Versorgung, mangelnde Forschungsanstrengungen und eine fehlende wirksame Therapie – insbesondere im Spätstadium.

“Mit dem Motto (Be)Handelt endlich! appellieren wir an die Verantwortlichen, diese weitverbreitete Multi-Organ-Infektion aus gesundheitspolitischen, sozialpolitischen, wirtschaftspolitischen und medizinischen Gründen nicht länger zu vernachlässigen”, sagt Susanne Lutz, eine Sprecherin des Aktionsbündnisses OnLyme-Aktion.org.

Zusätzlich haben sich die Patientenvertreter des Aktionsbündnisses mit ihren Forderungen in einem Offenen Brief an den Bundesgesundheitsminister gewandt. Fast 6.000 Personen haben diesen Brief, der am 10. Mai im Bundesgesundheitsministerium überreicht wurde, inzwischen mitunterzeichnet.

Seit Jahren gibt es einen medizinischen Meinungsstreit um die Behandlung einer Borreliose im fortgeschrittenen Stadium. Es fehle, so das Aktionsbündnis, an spezialisierten Ärzten, an standardisierter, zuverlässiger Diagnostik, an Langzeitstudien und an einer sicher heilenden Therapie. Auf diese Weise baden die Patienten die wissenschaftlich-medizinische Kontroverse aus.

OnLyme-Aktion.org, das Aktionsbündnis gegen zeckenübertragene Infektionen Deutschland e. V., hat sich zum Ziel gesetzt, mit Aktionen und Kampagnen auf die gesundheitspolitischen Missstände insbesondere bei der Lyme-Borreliose aufmerksam zu machen und Betroffenen eine Stimme zu geben.

Jedes Jahr infizieren sich, je nach Datenlage, zwischen 214.000 und über 800.000 Menschen neu mit dem häufig durch Zeckenstiche übertragenen Krankheitserreger Borrelia burgdorferi. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts ist bereits jedes 14. Kind in Deutschland mit Borrelien infiziert.

Die Infektion wird auch als “großer Imitator” bezeichnet, weil ihr diffuses, wechselndes Krankheitsbild Fehldiagnosen wie Multiple Sklerose, Rheuma, Arthritis, Fibromyalgie-Syndrom, somatoforme Störung und viele mehr verursacht.

Lyme-Borreliose ist eine ernstzunehmende, bakterielle, multisystemische Infektion, die arthritische, muskulo-skeletale, kardiologische, neurologische, ophtalmologische und psychiatrische Krankheitsmanifestationen auslösen kann. Die Wanderröte zeigt sich oft nicht, die Tests sind nicht-standardisiert und unzuverlässig. Daher sind eine frühe klinische Diagnose und eine angemessene Therapie notwendig, um eine chronische Lyme-Borreliose zu vermeiden. Mehr als 30 Jahre nach Entdeckung des Erregers gibt es keinen schützenden Impfstoff und keine sicher heilende Therapie für die Lyme-Borreliose.