Übersicht / BMG - Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung / Meldung vom 01.09.2008

Montag, 01. September 2008, 12:54 Uhr

BMG - Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung

Pressemitteilung

Alkoholwerbung erhöht den Alkoholkonsum von Jugendlichen

Berlin – Sieben neue Studien belegen: Jugendliche trinken früher und mehr durch Alkoholwerbung.

Fachtagung „Alkoholwerbung - Wirkung und (Selbst-)Kontrolle“ angekündigt.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, MdB, veröffentlicht heute „Die Auswirkungen von Alkoholwerbung“, eine Meta-Analyse von sieben neuen, sorgfältig durchgeführten Längsschnittstudien über den Einfluss der Alkoholwerbung auf Kinder und Jugendliche. Die Studien kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis: Je mehr Alkoholwerbung Kinder und Jugendliche sehen, desto früher beginnen sie mit dem Trinken und desto mehr trinken sie. Auch die Wahrscheinlichkeit, dass Sie drei oder mehr alkoholische Getränke an einem einzigen Anlass trinken, steigt durch die Alkoholwerbung.

Bezüglich der Selbstkontrolle der Werbewirtschaft kommt die Studie zu dem Ergebnis: es gibt keine wissenschaftlichen Belege, für die Wirksamkeit der Selbstregulierung. Auch ist keine erfolgreiche Kontrolle des Inhalts oder der Menge von Alkoholwerbung durch die Selbstkontrolle nachweisbar. Insbesondere führt die Selbstkontrolle der Werbewirtschaft nicht zur Vermeidung von Marketing, das Jugendliche beeinflusst.

Sabine Bätzing, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung erklärt dazu: „In diesen Studien wird eine Fülle von Belegen über den Einfluss der Alkoholwerbung auf Kinder und Jugendliche angeführt. Gleichzeitig werden die vielen Beschwerden über die mangelhafte Selbstkontrolle der Werbewirtschaft erneut bestätigt. Diese Ergebnisse unterstreichen den großen Handlungsbedarf für eine bessere Kontrolle der Alkoholwerbung. Die Selbstkontrolle in Deutschland muss reformiert werden: Sie muss unabhängiger und effizienter werden, sie muss die Alkoholwerbung aktiv kontrollieren und bei Verstößen gegen die Regularien schnell und hart eingreifen. Die Verhaltensregeln müssen aktualisiert werden. Sollte eine Reform der Selbstkontrolle scheitern, müssen alternative Regulierungen in Angriff genommen werden. Ich habe, um mich über die Konsequenzen aus der Studie beraten zu lassen, die Autoren der Studie, weitere Wissenschaftler und Praktiker auf eine Fachtagung ‚Alkoholwerbung - Wirkung und (Selbst-)Kontrolle’ am 25. September in das Rote Rathaus nach Berlin eingeladen.“

Laut einer Umfrage von Eurobarometer fordern 82% der Deutschen, dass auf Jugendliche abzielende Alkoholwerbung verboten werden sollte.

Hintergrund: Sechs der Studien stammen aus den USA, eine aus Belgien, wobei sechs zwischen 2003 und 2006 veröffentlicht wurden und eine 1998. Die Meta-Analyse „Die Auswirkungen von Alkoholwerbung“ wurde durch die Europäische Kommission finanziert und ist Teil eines größeren EU-Projekts zur Alkoholwerbung.

Die Studie „Die Auswirkungen von Alkoholwerbung“, die Einladung und das Programm zur Fachtagung "Alkoholwerbung - Wirkung und (Selbst-)Kontrolle" sind auf der Homepage der Drogenbeauftragten abrufbar.