Übersicht / Deutsche Leberstiftung / Meldung vom 14.11.2017

Dienstag, 14. November 2017, 12:00 Uhr

Deutsche Leberstiftung

Presseinformation

„An die Leber denken!“ – 18. Deutscher Lebertag fordert mehr Beachtung des lebenswichtigen Stoffwechselorgans

Hannover – Seit Jahren organisieren die Deutsche Leberstiftung, die Deutsche Leberhilfe e. V. und die Gastro-Liga e. V. den Deutschen Lebertag. Am 20. November 2017 findet der bundesweite Gesundheitstag unter dem Motto „An die Leber denken!“ zum 18. Mal statt. Neben Ursachen, Verlauf und Vermeidung von Lebererkrankungen werden auch die großen Erfolge neuer Therapien – wie beispielsweise bei der Behandlung der Hepatitis C – thematisiert. Aktuell meldet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) anlässlich des Welt-Hepatitis-Gipfels weltweite Fortschritte im Kampf gegen Hepatitis C. Damit das angestrebte Ziel einer globalen Eliminierung von Hepatitis B und C bis 2030 erreicht werden kann, muss die Diagnose-Rate verbessert werden – auch in Deutschland.

Es gibt annähernd 100 verschiedene Lebererkrankungen und aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass allein in Deutschland mindestens fünf Millionen Menschen betroffen sind. Die Ursachen für Lebererkrankungen sind vielfältig: Häufigste Ursache für eine Leberentzündung ist die Fettleber durch Übergewicht, Diabetes mellitus oder Alkohol, gefolgt von Virusinfektionen. Viele der unterschiedlichen Lebererkrankungen sind im frühen Stadium gut behandelbar. Doch eine Therapie ist nur möglich, wenn eine Lebererkrankung auch diagnostiziert wird. Erhöhte Leberwerte (GPT, GOT und GGT), beispielsweise im Rahmen einer einfachen Blutuntersuchung in der hausärztlichen Praxis entdeckt, können auf eine Lebererkrankung hinweisen. Unbehandelte Lebererkrankungen können schwerwiegende Folgen haben: „Hepatitis C kann zu Leberzirrhose und Leberzellkrebs führen und sogar eine Organtransplantation erforderlich machen. Es ist ganz wichtig, dass wir die Erkrankungen erkennen und behandeln“, sagt Professor Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, und ergänzt: „Es ist ein großes Problem, dass wir in Deutschland keine Screening-Programme haben und dass nur bei einem Teil der Hepatitis-Betroffenen die Diagnose bekannt ist. Wenn es eine effektive Therapie gibt, dann muss diese im nächsten Schritt den Patienten zur Verfügung stehen. Dazu müssen aber die Patienten erst einmal identifiziert werden.“

Damit Lebererkrankungen häufiger diagnostiziert werden, ist es wichtig, Patienten und Ärzte für die Thematik zu sensibilisieren – damit sie „an die Leber denken“. Gesundheitstage wie der Deutsche Lebertag lenken den Fokus auf die Leber und Lebererkrankungen, die sich oft nicht in konkreten Symptomen manifestieren, und tragen zu mehr Aufmerksamkeit für die Leber bei.

Bereits 2016 hat die Hauptversammlung der WHO beschlossen, Hepatitis B und C bis 2030 global einzudämmen beziehungsweise zu eliminieren. Als erste Erfolgsmeldung erklärte die WHO Ende Oktober 2017 anlässlich des Welt-Hepatitis-Gipfels, dass knapp drei Millionen Menschen in den vergangenen zwei Jahren Zugang zu Medikamenten gegen Hepatitis C bekommen hätten. Und weitere 2,8 Millionen Menschen seien, so die WHO-Erklärung, im gleichen Zeitraum wegen Hepatitis B behandelt worden. „Diese Zahlen sind erfreulich, doch es liegt noch ein langer Weg vor uns. Mit dem Motto des diesjährigen Deutschen Lebertages „An die Leber denken!“ fordern wir dazu auf, der Leber nicht nur am 20. November Aufmerksamkeit zu schenken, sondern an 365 Tagen im Jahr. Es gibt noch sehr viele Betroffene, die gar nicht wissen, dass sie leberkrank sind“, erklärt Professor Manns.

Alle Institutionen, die an dem bundesweiten 18. Deutschen Lebertag mit einer lokalen Veranstaltung aufklären und informieren möchten, werden von den Ausrichtern bei der Pressearbeit und mit Veranstaltungsmaterialien unterstützt. Informationen, Anmeldungen und Downloads unter www.lebertag.org.

Die Deutsche Leberstiftung bietet unter www.deutsche-leberstiftung.de im Service-Bereich einen „Lebertest“, mit dem festgestellt werden kann, ob ein erhöhtes Risiko für eine Lebererkrankung besteht.

Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung und eigene wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Durch intensive Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung für Betroffene und Angehörige sowie für Ärzte und Apotheker in medizinischen Fragen. Diese Aufgaben erfüllt die Stiftung sehr erfolgreich. Weitere Informationen: www.deutsche-leberstiftung.de.

BUCHTIPP: „Das Leber-Buch“ der Deutschen Leberstiftung informiert umfassend und allgemeinverständlich über die Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien – jetzt in dritter, aktualisierter und erweiterter Auflage! „Das Leber-Buch“ ist im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-89993-899-9, 16,99 Euro. Weitere Informationen: www.deutsche-leberstiftung.de/Leber-Buch.