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Dienstag, 01. Februar 2011, 15:18 Uhr

Hessischer Apothekerverband e.V.

Minus bei Packungen in Hessens Apotheken

Arzneimittelausgaben niedriger als Prognose

Offenbach – In den hessischen Apotheken wurden im Jahr 2010 1,43 Mio. Arzneimittelpackungen weniger zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen abgegeben als im Vorjahreszeitraum, das bedeutet ein Minus von 2,7 Prozent. Im abgelaufenen Jahr wurden 50,55 Mio. Packungen gegenüber 51,98 Mio. in 2009 an die Versicherten abgegeben, teilt der Hessische Apothekerverband (HAV) mit. Da sich der Verdienst der Apotheker an der Zahl der abgegebenen Packungen bemisst und nicht etwa am Preis des Arzneimittels, haben diese im abgelaufenen Jahr damit erhebliche Einbußen zu verzeichnen gehabt. „Die Schmerzgrenze ist jetzt endgültig überschritten. Ständig werden von uns zusätzliche Leistungen gefordert. Allein das permanente Erklären von neu von Kassen mit Herstellern abgeschlossenen Rabattverträgen kostet uns eine Menge Zeit und damit Geld. Durch das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz (AMNOG) werden wir zusätzlich mit 200 Mio. Euro belastet und der pharmazeutische Großhandel, der den gleichen Beitrag leisten sollte, ist gerade dabei, diesen zusätzlich noch auf die Apotheken abzuwälzen, indem er die Konditionen kürzt“, so der Vorsitzende des Hessischen Apothekerverbandes, Peter Homann.

„Im Koalitionsvertrag hatte die Bundesregierung noch festgeschrieben, die sog. Arzneimittel Pick-up-Stellen z.B. in Drogeriemärkten abzuschaffen. Hier werden ohne jegliche pharmazeutische Fachkenntnis hochwirksame Arzneimittel abgegeben. Mittlerweile komme ich jedoch mehr und mehr zu der Überzeugung, dass die Politik wohl eher die Apotheken abschaffen will, die gerade mal 2,5 Prozent der Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenkassen verantworten“, brachte es Homann auf den Punkt.

Die Arzneimittelausgaben in Hessen stiegen nur um 1,7 Prozent. Sie betrugen 1,905 Mrd. Euro im Vergleich zu 1,874 Mrd. Euro in 2009. Damit lagen sie noch erheblich unter der von den Kassenvertretern prognostizierten Marke von 2,5 Prozent.