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Überregulierung führt zum Chaos in der Arzneimittelversorgung

ACHTUNG! Gesundheitsreform!

Kiel – In den letzten Jahren wurde der Arzneimittelmarkt bei jeder Reform maßgeblich verändert. Inzwischen ist er überreguliert. Die nunmehr vorgesehene Individualisierung durch Höchstpreise für Apotheken, Vertragspreise und mehrdimensionale Rabatte löst die im Arzneimittelbereich bislang am weitesten fortgeschrittene Transparenz wieder auf und erhöht die Überregulierung. Die künftige Intransparenz der tatsächlichen Preisstruktur sowie die entstehenden Vertragslandschaften hebeln die Steuerungsinstrumente zur wirtschaftlichen Arzneimittelversorgung sowohl auf Ebene des einzelnen Arztes als auch auf Ebene der Kassenärztlichen Vereinigungen faktisch aus.

Während die Maßnahmen des letzten Reformgesetzes, des sogenannten Arzneimittelversorgungs-Wirtschaftlichkeitsgesetzes (AVWG), das erst in diesem Jahr in Kraft gesetzt worden ist, gerade zu greifen beginnen und sich in einer rückläufigen Preisentwicklung im Arzneimittelbereich niederschlagen, werden “diese Effekte durch die beabsichtigten Regelungen des GKV-Wettbewerbsstärkungs­gesetzes teils überlagert, teils konterkariert.”

“Die hier teilweise wörtlich, teilweise sinngemäß wiedergegebene Kritik an der zunehmenden Überregulierung im Arzneimittelmarkt wird von den Spitzenverbänden der gesetzlichen Krankenkassen in ihrer Stellungnahme zum Entwurf des GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetzes vorgetragen. Also von Organisationen, die nicht im Verdacht stehen, Lobbyisten der Apotheken zu sein. Gleichwohl haben sie Recht”, betont Dr. Peter Froese, Vorsitzender des Apothekerverbandes Schleswig-Holstein.

“Leidtragende dieses verfehlten Reformgesetzes werden letztlich die Versicherten sein, denn mit dem vorprogrammierten Chaos wird die bisher bestehende flächendeckende gleichmäßige Arzneimittelversorgung abgelöst durch eine Versorgung zweiter, dritter und vierter Klasse. Künftig wird die Versorgungssituation in Schleswig-Holstein davon abhängen, an welchem Ort der Versicherte wohnt, in welcher Kasse er ist und auf welche Apotheke er trifft”, erläutert Froese. “Damit wollen wir uns nicht abfinden. Deshalb gehen wir am 22. November auf die Straße”, so der Verbandsvorsitzende abschließend.