Übersicht / STIFTUNG WARENTEST / Meldung vom 05.10.2006

Donnerstag, 05. Oktober 2006, 09:12 Uhr

STIFTUNG WARENTEST

2.000 rezeptfreie Arzneimittel bewertet

Die neue Ausgabe: Handbuch Selbstmedikation

Berlin – Die Stiftung Warentest hat 2.000 Medikamente bewertet und die Ergebnisse im jetzt stark erweiterten "Handbuch Selbstmedikation" veröffentlicht. 35 Prozent der Bewertungen lauten "wenig geeignet". Neu aufgenommen wurden Medikamente, die seit 2004 nicht mehr zu Lasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnet werden dürfen und nun ohne Rezept in der Apotheke gekauft werden.

Gerade die bisher rezeptfähigen Mittel haben es in sich: So sind viele pflanzliche Prostatamittel mit Extrakten aus Brennnessel, Gräserpollen, Kürbissamen oder Goldrute "wenig geeignet" (z.B. Bazoton, PROSTAMED oder Cernilton), allenfalls vertretbar sind Mittel, die nur Sägepalmenextrakt enthalten. "Wenig geeignet" sind auch pflanzliche Mittel, die gegen Beschwerden in den Wechseljahren empfohlen werden. Dabei ist der Run auf diese Mittel groß, seit die Hormonbehandlung wegen der Risiken (mehr Brustkrebs, Herzinfarkte und Schlaganfälle) weniger angewendet wird.

Insgesamt wurden im Jahr 2005 rund 660 Millionen Packungen rezeptfreier Mittel in Apotheken, Drogerien und Supermärkten gekauft. Bekannte Mittel wie Aspirin COMPLEX, WICK MediNait, Grippostad C oder Rhinopront Kombi, aber auch viele Migränemittel, die in der Apotheke ohne Rezept angeboten werden, sind als "wenig geeignet" eingestuft. Die Beispiele reichen von Migraefux orange über Neuranidal bis zu Thomapyrin intensiv. Für Mittel gegen Altersbeschwerden kann man sich die Ausgaben sparen - auch sie sind allesamt "wenig geeignet". Hingegen sind fast alle Mittel zur Raucherentwöhnung "geeignet" und werden zur Unterstützung empfohlen.

Das "Handbuch Selbstmedikation" informiert über die Möglichkeiten und Grenzen der Selbstbehandlung bei mehr als 80 Erkrankungen und enthält Preisvergleiche für "geeignete" Medikamente. Außerdem erfährt der Leser, wann er besser einen Arzt aufsuchen sollte und was bei der Behandlung von Kindern, Schwangeren und älteren Menschen zu beachten ist. Das Buch kostet 34 Euro und ist über die Stiftung Warentest zu beziehen: Im Internet unter http://www.stiftung-warentest.de, telefonisch unter 01805-002467 oder in jeder Buchhandlung.

Der Klassiker "Handbuch Medikamente" mit Bewertungen von über 5.600 verschreibungspflichtigen Präparaten erscheint erstmals kartoniert. Die 6. Auflage des bewährten Standardwerks für alle Fragen rund um rezeptpflichtige Medikamente gibt es jetzt als günstige limitierte Sonderausgabe zum Preis von 25 Euro.