Übersicht / Petersen & Partner Pharma Marketing GmbH / Meldung vom 14.02.2014

Freitag, 14. Februar 2014, 14:15 Uhr

Petersen & Partner Pharma Marketing GmbH

Debatte ohne Ergebnis

Entscheidung zur Entlassung der "Pille danach" aus der Rezeptpflicht steht weiter aus

Hamburg – Die Beantwortung der Frage, ob die „Pille danach“ aus der Rezeptpflicht entlassen wird oder nicht, verzögert sich weiterhin. Am 13. Februar 2014 hat der Bundestag die Anträge der Opposition zur schnellen Aufhebung der Rezeptpflicht an den Ausschuss für Gesundheit sowie den Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend verwiesen. Hier soll nun geklärt werden, ob und wenn ja unter welchen Voraussetzungen eine rezeptfreie Abgabe durch die Apotheken ermöglicht werden soll. Aktuell sind in Deutschland zwei rezeptpflichtige Präparate zur Notfallverhütung zugelassen: die „Pille danach“ mit dem Wirkstoff Levonorgestrel (LNG) und die „Pille danach“ mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat (UPA). Da der Faktor Zeit entscheidend für die Wirksamkeit ist, gilt letztere als Standard der oralen Notfallverhütung:1 Sie kann selbst dann noch eine ungewollte Schwangerschaft verhindern, wenn sie am Tag vor dem Eisprung – an dem das Schwangerschaftsrisiko am höchsten ist – eingenommen wird.2

Wenn das Körpergewicht die Wirkung aushebelt

Aktuelle Daten zeigen zudem, dass die Wirksamkeit der „Pille danach“ mit LNG mit steigendem Körpergewicht sinkt: Schon ab einem Gewicht von 70 kg ist die Wirkung reduziert, ab 80 kg ist die „Pille danach“ sogar unwirksam.3,4 Ein (ge)wichtiges Problem: Etwa 34 % der Frauen zwischen 18 und 45 Jahren sind von der Wirkreduktion oder gar Wirkungslosigkeit potenziell betroffen.4,5 Die Wirkung der „Pille danach“ mit UPA wird bei einem Gewicht ab 88 kg vermindert und erst bei einem BMI von über 35 kg/m2 aufgehoben3 – und von einem solch hohen BMI sind weniger als 5 % der deutschen Frauen zwischen 18 und 39 Jahren betroffen.5 Bei einem noch höheren BMI kann auch das Einsetzen einer Kupferspirale zur Verhinderung einer ungewollten Schwangerschaft sinnvoll sein.

  1. Rabe T. et al.: Notfallkontrazeption – ein Update. Frauenarzt 2013; 54: 108–114.
  2. Glasier A. F. et al.: Ulipristal acetate versus levonorgestrel for emergency contraception: a randomised non-inferiority trial and meta-analysis. Lancet 2010; 375: 555–562.
  3. Glasier A. F. et al.: Can we identify women at risk of pregnancy despite using emergency contraception? Data from randomized trials of ulipristal acetate and levonorgestrel. Contraception 2011; 84, 363-367
  4. Irische Fachinformation für Norlevo® (1,5 mg Levonorgestrel): www.medicines.ie/medicine/11933/SPC/Norlevo+1.5mg+tablet/# PRODUCTIN PR (abgerufen am 12.02.2014)
  5. DGE Ernährungsbericht: Übergewicht und Adipositas in Deutschland. dge.de/pdf/presse/2013/js/Folien-Mensink-Uebergewicht-DGE-JSEB2012.pdf (abgerufen am 12.02.2014)