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Donnerstag, 27. Dezember 2012, 09:56 Uhr

Freie Ärzteschaft e.V.

Pressemitteilung

Freie Ärzteschaft: Mit Planwirtschaft kann man keine neuen Hausärzte backen

Essen – Die Freie Ärzteschaft (FÄ) kritisiert den Beschluss des gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), durch eine Änderung der Bedarfsplanung auf dem Papier 3000 neue Hausarztsitze zu schaffen, als gänzlich untaugliche Maßnahme.

„Es handelt sich um Planwirtschaft vom Elfenbeinturm herab, wie wir sie in der ambulanten Versorgung seit Jahrzehnten erleben“, kritisiert der Vorstand der FÄ. „Der Öffentlichkeit soll einmal mehr vorgetäuscht werden, die Versorgung würde verbessert. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Haus- und Fachärzte können im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung angesichts absoluter Dumping-Pauschalen immer weniger für ihre Patienten tun“.

„Herr Hecken als Vorsitzender des G-BA möchte Versorgungslücken schließen. Das zeigt immerhin, dass man diese jetzt endlich auch beim G-BA erkannt hat“, führt der FÄ - Vorstand weiter aus. „Eine Verbesserung durch rein nominale, technokratische Steuerungsinstrumente ist allerdings ein völlig falscher Ansatz. Vielmehr sollte Herr Hecken zuerst klären, warum immer mehr Haus- und Fachärzte aufhören wollen und keine Nachfolger finden. 3000 neue Arztsitze zu konstruieren, die im bisherigen System nicht besetzt werden können, ist absurd. Nur ein Systemwechsel - weg von der Planwirtschaft - kann für freiberufliche Ärzte attraktive Rahmenbedingungen schaffen und dem Ärztemangel entgegen wirken. In Anbetracht des gescheiterten Honorarsystems und der weiterhin ungelösten Regressproblematik ist weiteres Herumbasteln an Symptomen zum Scheitern verurteilt. Mit solchen Planspielen wird auch der G-BA keine neuen Ärzte backen - auch nicht zur Weihnachtszeit“.