Übersicht / Johannes Gutenberg-Universität Mainz / Meldung vom 08.10.2009

Donnerstag, 08. Oktober 2009, 16:36 Uhr

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Stroke Unit der Universitätsmedizin Mainz entspricht neuen Zertifizierungskriterien – Lob für professionelle und hochqualifizierte Zusammenarbeit

Für Hilfe bei Schlaganfall zertifiziert

Mainz – Die Stroke Unit der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Mainz ist nun offiziell von der LAG InterCert GmbH, einem Unternehmen der TÜV Rheinland Unternehmensgruppe, zertifiziert. Sie entspricht damit den neuen bundesweit durch eine Expertenkommission angeregten Zertifizierungskriterien der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe. Die unabhängige Expertenkommission lobte darüber hinaus insbesondere die professionelle und hochqualifizierte Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Disziplinen der Universitätsmedizin Mainz. So arbeiten bei der Versorgung von Schlaganfallpatienten die Neurologie, die Neuroradiologie, die Neurochirurgie, die Kardiologie und die Herz-, Thorax-, und Gefäßchirurgie Hand in Hand. Der Medizinische Vorstand und Vorstandsvorsitzende, Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, und der kommissarische Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie, Prof. Dr. Frank Thömke, zeigen sich erfreut über die Anerkennung der geleisteten Arbeit.

Bei einem Schlaganfall handelt es sich um einen plötzlichen Mangel an Sauerstoff im Gehirn, der durch eine akute Durchblutungsstörung hervorgerufen wird. Um dieser entgegen zu wirken und somit dauerhaften Ausfällen des zentralen Nervensystems, wie Sehstörungen, Sprachverlust oder Lähmungen zu vermeiden, zählt jede Minute. Professionelle und kompetente Hilfe ist bei dieser Erkrankung, an deren Folgen jedes Jahr in Deutschland rund 80 000 Menschen sterben und die damit die dritthäufigste Todesursache ist, unerlässlich. Dies gilt natürlich auch für die rund 250.000 Neuerkrankungen pro Jahr, die die häufigste Ursache für bleibende Pflegebedürftigkeit sind. Optimale Hilfe bieten eigens hierfür konzipierte und speziell ausgestattete medizinische Einheiten, die so genannten „Stroke Units“. Eine interdisziplinäre Rehabilitation trägt dazu bei, eine möglichst eigenständige Lebensführung zu erreichen. Zudem können dort eingeleitete gezielte Vorsorgemaßnahmen einem weiteren Schlaganfall vorbeugen. Eine nahtlose Behandlung und eine auf den Patienten individuell abgestimmte Therapie erzielen dabei die besten langfristigen Ergebnisse.

An der Universitätsmedizin Mainz gibt es bereits seit dem Jahr 1999 eine solche Schlaganfall-Einheit in der etwa 800 bis 1000 Patienten jährlich behandelt werden. Sie ist der Klinik und Poliklinik für Neurologie angeschlossen und in der unmittelbaren Nähe der internistischen Notaufnahme, den Intensivstationen und der Computertomographie angesiedelt. Dies erlaubt die schnelle interdisziplinäre Versorgung kritisch kranker Schlaganfallpatienten durch die verschiedenen Fachdisziplinen Neurologie, Neuroradiologie, Neurochirurgie, Kardiologie und Herz-, Thorax-, und Gefäßchirurgie. Innerhalb der Einheit stehen zwölf Betten zur Verfügung mit der Möglichkeit der intensiven Überwachung aller wichtigen Vitalparameter. Daneben besteht in der Klinik für Neurologie eine besondere Erfahrung mit der erfolgversprechenden Lysetherapie bei Schlaganfallpatienten. Hier wird in den ersten viereinhalb Stunden nach einem Schlaganfall versucht, mit einem Medikament das verschlossene Gefäß wieder zu eröffnen. Die Behandlung der Patienten richtet sich nach den nationalen und internationalen Leitlinien der Fachgesellschaften und berücksichtigt die Schwere der Erkrankung sowie das individuelle Risiko des Patienten. Das ärztliche und medizinische Personal ist entsprechend geschult und die Abteilung technisch hochwertig ausgestattet.

Das dies auch in der Stroke Unit der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz der Fall ist wurde nun durch LAG InterCert GmbH mit der Zertifikatsvergabe offiziell bestätigt. Mit dem unabhängigen Verfahren, welches sich an standardisierten Qualitätsmanagement-Systemen anlehnt, soll der Qualitätsstandard dauerhaft dargestellt, gesichert und kontinuierlich gesteigert werden. Dieses bezieht sich unter anderem auf eine besondere Qualifikation des ärztlichen, pflegerischen und therapeutischen Personals aber auch der technischen Ausstattung und der Qualität der Behandlungsabläufe. Besonders gelobt wurde von der Kommission die professionelle und hochqualifizierte Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Disziplinen der Universitätsmedizin Mainz.

Prof. Dr. Frank Thömke, der kommissarische Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie, begleitet die Standardisierung und Qualitätssicherung der Mainzer Stroke Unit und freut sich daher besonders über die Zertifizierung: „Wir freuen uns besonders, dass die Qualität der von uns seit Jahren aufwändig unter großem Personaleinsatz und in der Kooperation mit vielen Fachgruppen erfolgreich geleisteten Schlaganfallbehandlung nun auch von der unabhängigen Expertenkommission entsprechend bestätigt wurde. Dies bestärkt uns darin, die Versorgung von Schlaganfallpatienten weiterhin in unseren Fokus zu stellen und immer weiter zu verbessern.“

„Wir haben in der Stroke Unit seit der Einrichtung im Jahr 1999 bisher rund 10.000 Patienten betreut. Damit sind wir für die gesamte Region der größte Leistungserbringer auf diesem Gebiet. Dabei gilt es auf qualitativ hohem Niveau Tag für Tag im Zusammenspiel der verschiedenen beteiligten Kliniken und Institute Patienten kompetent zu versorgen und alle Probleme zu meistern. Dass sie das kann hat die Stroke Unit nun bestens bewiesen“, zeigt sich auch der Medizinische Vorstand und Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, hocherfreut über die Zertifizierung.

Kontakt

Priv.-Doz. Dr. med. Jürgen Marx Klinik und Poliklinik für Neurologie Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz Langenbeckstr. 1, 55101 Mainz Tel. 06131-174476, Fax 06131-175625 E-Mail: marx@neurologie.klinik.uni-mainz.de