Übersicht / Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz / Meldung vom 22.03.2007

Donnerstag, 22. März 2007, 15:40 Uhr

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz

Schnappauf:

Landesweite Krebs-Datenbank Grundlage für Ursachenforschung und Vorsorge

München – Im Freistaat werden Krebserkrankungen landesweit erfasst; für Brust-, Mund-, Hoden- und Schilddrüsenkrebs stehen alle Daten bereits vollständig zur Verfügung. Diese Bilanz zog Gesundheitsminister Werner Schnappauf heute in München fünf Jahre nach der Einführung des flächendeckenden Krebsregisters Bayern. Schnappauf: 'Die Datenfülle und Datenqualität ist mittlerweile so gut, dass Erkrankungsraten und Verlauf von Krebserkrankungen in Bayern in einzelnen Regionen zuverlässig beurteilt werden können. So lassen sich Vorsorge- und Früherkennungsmaßnahmen wie beispielsweise das flächendeckende Mammographie-Screening besser bewerten.' In Oberbayern, Niederbayern und Oberpfalz sind mit der statistisch erforderlichen Vollständigkeit von 90 Prozent sogar schon alle Arten von Krebserkrankungen erfasst, Oberfranken und Mittelfranken stehen mit jeweils 89 Prozent kurz vor der Erfüllung der Vollständigkeitsrate; nur in Unterfranken und Schwaben besteht mit 54 bzw. 67 Prozent noch Nachholbedarf, vor allem wegen Behandlungen in Arztpraxen und Kliniken der benachbarten Bundesländer. Schnappauf rief daher Ärzte und Zahnärzte auf, Krebserkrankungen zur Vervollständigung der Datenbank auch weiterhin konsequent zu melden. Der Freistaat finanziert den Ausbau des Krebsregisters mit 2 Millionen Euro jährlich.

Seit 1998 registriert das Bevölkerungsbezogene Krebsregister Bayern neu auftretende Krebserkrankungen. Nach einer vierjährigen Startphase mit der Hälfte der Landkreise und kreisfreien Städte werden seit 1.1.2002 alle bösartigen Neubildungen und ihre Frühformen flächendeckend in ganz Bayern anonymisiert erfasst. Die Analyse der Krebsregisterdaten erfolgt bevölkerungsbezogen, das heißt, sie umfasst alle Bevölkerungsgruppen in ihren Wohnorten oder Landkreisen unabhängig von ihrem Versicherungsstatus. Nur so kann festgestellt werden, ob in bestimmten Gebieten Häufungen von Tumorerkrankungen auftreten.

Nähere Informationen unter http://www.krebsregister-bayern.de .