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Dienstag, 31. März 2015, 17:46 Uhr

BAGFW

Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege

Schulungen zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation positiv gestartet

Berlin – Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAGFW) zeigt sich zufrieden mit dem Start des Projektes zum Bürokratieabbau bei der Pflegedokumentation. Die ersten 50 Multiplikator/innen der Freien Wohlfahrtspflege in fünf Bundesländern wurden erfolgreich geschult.
„In den vergangenen anderthalb Jahren haben viele Akteure hart daran gearbeitet, ein Kernproblem in der Pflege zu lösen, nämlich die überbordende Pflegedokumentation zu beenden. Sie ist konzeptionell so weiterentwickelt worden, dass Pflegekräfte künftig weniger schreiben müssen und dafür wieder mehr die Pflegebedürftigen in den Mittelpunkt stellen“, betont Dr. Gerhard Timm, Geschäftsführer der BAGFW heute in Berlin.

Nach einer Auswertung dieser ersten Schulungen durch den Projektträger werden nach Ostern über 200 weitere Multiplikator/innen geschult werden. Diese schulen dann wiederum die Mitarbeitenden in den Pflegeeinrichtungen und -diensten im so genannten „Neuen Strukturmodell der Pflegedokumentation“. Bei dem neuen Modell der Pflegedokumentation geht es nicht um die Einführung eines "neuen Formulars", sondern um ein grundlegend verändertes Verständnis bei der inhaltlichen Ausrichtung der Pflegedokumentation.

Ziel ist es, dass in den kommenden 12 bis 18 Monaten 25 % der Pflegeeinrichtungen und –dienste aller Träger bundesweit ihre Dokumentation umstellen, also rd. 6.500 Einrichtungen und Dienste. Pflegeeinrichtungen und –dienste, die an der Umstellung teilnehmen möchten, können ihr Interesse bis auf weiteres noch auf der Webseite des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten sowie Bevollmächtigten für Pflege, Staatssekretär Karl-Josef Laumann, bekunden (www.patientenbeauftragter.de).

Die BAGFW betont die Freiwilligkeit zur Teilnahme an diesem Programm. Der Erfolg hängt aber auch davon ab, dass das erarbeitete Konzept eingehalten wird. Dann ist mit der Umsetzung ein hoher Nutzen verbunden, der nicht nur in der Zeitersparnis liegt.

„Die Wechselwirkungen sind vielseitig“, so Timm weiter. „Wie die Erprobungsphase gezeigt hat, steigt die Motivation und Zufriedenheit der Pflegekräfte. Außerdem ist das neue Strukturmodel an das neue Begutachtungsassessment (NBA) angelehnt, das nun mit der kommenden Pflegereform im Zuge der Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs eingeführt wird.“

Zum Hintergrund: Der Pflegebevollmächtige der Bundesregierung (s. o.) unterstützt das, maßgeblich von der ehemaligen Ombudsfrau für Entbürokratisierung, Frau Elisabeth Beikirch, vorangebrachte Projekt zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation und finanziert u. a. aus seinen Mitteln die Projektstruktur.