Übersicht / Anästhesie-Netz Deutschland e. V. (AND) / Meldung vom 30.11.2012

Freitag, 30. November 2012, 13:19 Uhr

Anästhesie-Netz Deutschland e. V. (AND)

Narkoserisiko

Stellungnahme des AND zum Artikel "Lebensgefahr in der Arztpraxis" auf Spiegel Online

Berlin – Das aus Zusammenschlüssen von regionalen Qualitätszirkeln hervorgegangene Anästhesienetz Deutschland e. V. (AND) bedankt sich als Bundesverband der niedergelassenen Anästhesiologen ausdrücklich für den Artikel auf Spiegel Online vom 23.11.12.

Wir weisen allerdings darauf hin, dass die Aussage „… viele der 2.800 Anästhesisten… sind alleine in Praxen unterwegs“ nicht durch Zahlenmaterial hinterlegt ist und damit den falschen Eindruck hinterlässt, als seien die meisten Anästhesisten Einzelkämpfer ohne eigene Praxisadresse. Dies ist nicht der Fall. Nach unseren Erkenntnissen beherzigen die meisten niedergelassenen Anästhesisten die strengen Qualitätsrichtlinien, die in dem Artikel zitiert werden und die schon lange vorliegen.

Die veröffentlichten Komplikationen und Todesfälle sind tragisch und bestürzend; sie repräsentieren jedoch nicht die Qualität und das Sicherheitsbewusstsein der meisten niedergelassenen Anästhesisten. Keine Operation, keine Narkose, ob stationär oder ambulant erbracht, ist risikolos!

Das AND hat daher im Juni dieses Jahres in seiner Stellungnahme zur Qualität ambulanter Kinderanästhesien* Vorschläge für eine Qualitätsinitiative gemacht. Sie soll bestehen aus einer prospektiven Erhebung valider Daten zur Inzidenz anästhesiebedingter Komplikationen sowie einem „Peer-Visit“-Verfahren zur gegenseitigen Selbstkontrolle. Ziel ist es, die Datenlage zu verbessern und die Qualität unserer Arbeit für Fachkreise und Öffentlichkeit transparent zu machen.

Sämtliche qualitätsbewussten Anästhesisten sind interessiert an verlässlichen Zahlen zu Komplikationen und Todesfällen sowie an einer gewissenhaften Analyse dieser Fälle. Über den Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) und die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) wurde ein „Critical incident reporting System“ (CIRS) eingerichtet, an dem stationär tätige und niedergelassene Anästhesisten teilnehmen können. Auf dieser Plattform kann jeder Anästhesist eine Fallbeschreibung eingeben und die Analysen sämtlicher Komplikationen nachlesen.

Das AND ist mit seinen Vorschlägen dem Ziel verpflichtet, die Qualität ambulanter Eingriffe unabhängig vom Ort der Leistungserbringung im Interesse unserer Patienten nachhaltig weiterzuentwickeln. Mit der Umsetzung der genannten Initiativen in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband, der DGAI und den Ärztekammern wird es seinen Beitrag dazu leisten.

*siehe: www.anaesthesie-netz-deutschland.de/index.php?option=com_content&view=article&id=128:kinderanaesthesien&catid=44:aktuelle-meldungen&Itemid=168