Übersicht / Johannes Gutenberg-Universität Mainz / Meldung vom 05.06.2008

Donnerstag, 05. Juni 2008, 11:44 Uhr

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Mehr als 300 Experten treffen sich in Mainz - 27. Jahrestagung der Sektion Kindertraumatologie in der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie

Terminhinweis "Anspruchsvolle Verletzungen im Kindesalter"

Mainz – Ab morgen treffen sich mehr als 300 Experten aus dem Bereich Kindertraumatologie zu ihrer 27. Jahrestagung in Mainz. An zwei Tagen, dem 6. und 7. Juni, tauschen sie im Hörsaal der Chirurgie des Universitätsklinikums Mainz neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aus. Dabei geht es vor allem um "anspruchsvolle Verletzungen im Kindesalter". Hierzu zählen etwa pathologische Frakturen - das sind Knochenbrüche, die aufgrund einer Erkrankung und nicht aufgrund einer übermäßigen Belastung auftreten - sowie gelenksnahe Frakturen und Luxationen der Kniescheibe.

Die Kindertraumatologie befasst sich mit Verletzungen im Kindesalter und deren Folgen: Das Besondere daran ist, dass Verletzungen im Kindesalter an einem wachsenden Organismus erfolgen und deshalb andere Heilungs- und Reparaturmechanismen wie bei Erwachsenen bestehen sowie teilweise andere Behandlungsformen nötig sind. Diesen besonderen Anforderungen an Verletzungen im Kindesalter folgend, vertreten am Klinikum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zwei Einrichtungen gemeinsam den Bereich Kindertraumatologie: die Klinik für Unfallchirurgie und die Klinik für Kinderchirurgie. Deren Direktoren, Prof. Dr. Pol M. Rommens und Prof. Dr. Felix Schier haben daher die wissenschaftliche Leitung der Tagung inne.

Unter dem Überthema "Anspruchsvolle Verletzungen im Kindesalter" diskutieren die Teilnehmer insbesondere die Schwerpunkte pathologische Frakturen, das Für und Wider spezieller Systeme zur Nagelung kindlicher Knochenbrüche, Frakturen nahe am Gelenk und Verletzungen der Kniescheibe. Die pathologische Fraktur beispielsweise - also ein Bruch aufgrund einer Erkrankung und nicht aufgrund übermäßiger Belastung - wird oft nur bei Erwachsenen vermutet. Die Entscheidung, ob ein Bruch mit einem Gips behandelt oder operiert wird, verlangt bei Kindern ebenfalls andere Überlegungen und Einschätzungen als bei Erwachsenen. Brüche nahe am Gelenk wiederum gehen bei Kindern oft mit einer Beteiligung der Wachstumsfugen einher, was spezielle Therapien erfordert. Schließlich muss auch die Behandlung einer herausgesprungenen Kniescheibe an die jeweilige Wachstumssituation des Kindes angepasst werden.

"In Zeiten zunehmender Subspezialisierung gilt es, die Kräfte der Experten im Bereich der Kindertraumatologie zu bündeln und den Austausch neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse zu fördern", betonen die beiden Tagungspräsidenten Prof. Rommens und Prof. Schier. "Deshalb sind wir sehr froh über die große Resonanz zur 27. Jahrestagung, denn sie zeigt uns, dass das von uns gewählte Schwerpunktthema der ,anspruchsvollen Verletzungen im Kindesalter' auf reges Interesse stößt. Besonders freuen wir uns auf lebhafte Diskussionen der Spezialisten aus Kinder- und Unfallchirurgie."