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Donnerstag, 14. Juni 2012, 12:49 Uhr

Hessischer Apothekerverband e.V.

Pressemeldung

Zahl der hessischen Apotheken auf Tiefststand

Offenbach – Die Zahl der hessischen Apotheken hat im Jahr 2011 einen Tiefststand erreicht. 1.590 Apotheken versorgten die hessische Bevölkerung mit Arzneimitteln. Weniger Apotheken gab es zuletzt vor rund einem Vierteljahrhundert: Im Jahr 1985 waren es 1.578 Apotheken, dies teilt der Hessische Apothekerverband (HAV) mit. Seit Beginn des neuen Jahrtausends war ein schleichender Rückgang bei der Apothekenzahl zu verzeichnen. Allerdings sei dieser in 2011 mit 24 Apotheken weniger als im Vorjahr schon drastisch ausgefallen. Damit ist in absoluten Zahlen der Rückgang in Hessen am zweithöchsten ausgefallen. Lediglich in Bayern sind mit 44 noch mehr Schließungen zu verzeichnen. Allerdings gibt es dort mit 3.386 Apotheken mehr als doppelt so viele wie in Hessen.
Bundesweit sank die Zahl um 203 auf insgesamt 21.238 Betriebsstätten.

„Wir führen diesen Rückgang auf die schwierigen Rahmenbedingungen zurück. Seit 2004 ist die Entlohnung der apothekerlichen Tätigkeit mit 8,10 Euro pro abgegebener Packung gleich geblieben. Hiervon muss an die Krankenkassen noch ein Rabatt abgeführt werden. Dieser ist seit 2011 auf 2,05 Euro gestiegen. Gleichzeitig hat sich der Beratungs- und logistische Aufwand immens erhöht. Vor allen Dingen die zwischen Krankenkassen und Arzneimittelherstellern abgeschlossenen Rabattverträge haben für einen hohen Beratungsbedarf mit entsprechendem Personaleinsatz gesorgt“, so HAV-Pressesprecherin Kirsten Müller-Kuhl.

Die Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln sieht der HAV zurzeit nicht gefährdet. Allerdings könne es durchaus vorkommen, dass der Weg bis zur nächsten Apotheke weiter werde. Dies sei vor allen Dingen im Notdienst ein Problem. Schließende Arztpraxen auf dem Land führten unweigerlich dazu, dass auch die wirtschaftliche Existenz der Apotheken auf dem Spiel stehe. Rund 85 Prozent des Apothekenumsatzes werden hier mit vom Arzt ausgestellten Rezepten erwirtschaftet.

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Der Hessische Apothekerverband e.V. (HAV) vertritt die Interessen der selbstständigen hessischen Apothekerinnen und Apotheker. Von den 1.590 Apotheken in Hessen, die mehr als 11.000 Arbeitsplätze bieten, sind 97 Prozent Mitglied im HAV. Er ist Vertragspartner der Krankenkassen und schließt mit diesen Verträge ab.