Übersicht / Marburger Bund - Bundesverband / Meldung vom 03.11.2006

Freitag, 03. November 2006, 12:27 Uhr

Marburger Bund - Bundesverband

Marburger Bund - Verband der angestellten und beamteten Ärztinnen und Ärzte Deutschlands e.V.

110. Marburger Bund-Hauptversammlung - Boykott der Gesundheitsreform gefordert

Berlin – Im Vorfeld seiner 110. Hauptversammlung in Berlin (3./4. November 2006) hat der Ärzteverband Marburger Bund (MB) zu einem Boykott der Gesundheitsreform aufgerufen. Das Vorhaben der Bundesregierung sei keine "echte" Reform, sondern diene lediglich dem Machterhalt von Frau Merkel und Herrn Müntefering. "Hier wird abkassiert, statt reformiert", so der Vorsitzende des MB, Dr. Frank Ulrich Montgomery. Leidtragende seien einmal mehr die Patienten, die deutlich höhere Beiträge zahlen müssten, und die Ärzteschaft, die mit dem zunehmenden Einfluss des Staates ihrer Freiberuflichkeit beraubt würden.

Der MB-Vorsitzende forderte alle Beteiligten Akteure im Gesundheitswesen auf, ihre ablehnende Kritik bei den nun anstehenden parlamentarischen Beratungen zu verstärken. "Ich rufe die Ärzteschaft, die privaten und gesetzlichen Krankenkassen, die Pharmaindustrie und die Krankenhäuser zu einem Pakt des patientenfreundlichen Ungehorsams auf. Boykottieren Sie mit uns gemeinsam diesen Weg in eine staatliche Bevormundungsmedizin, bei der Ärzte nur noch Erfüllungsgehilfen sein sollen, Wettbewerb sowie Pluralität unerwünscht sind und Patienten sich mit dem Billigsten und nicht dem medizinisch Sinnvollsten zufrieden geben sollen", so Montgomery.

Der Marburger Bund möchte sich jedoch nicht nur mit Kritik an der Gesundheitsreform zufrieden geben. Montgomery: "Nur Jammern hilft nicht. Wir sind alle aufgerufen, bessere Vorschläge für eine dringend benötigte Reform des Gesundheitswesens vorzulegen." Auf der Tagesordnung der Marburger Bund-Hauptversammlung stehe deshalb der Auftrag, eigene Ideen und Konzepte für eine nachhaltige Gesundheitsreform zu entwickeln.