Übersicht / DGS / Meldung vom 19.02.2019

Dienstag, 19. Februar 2019, 09:30 Uhr

DGS

Themenspezial: Schmerzen, Therapien

„Individualisierung statt Standardisierung“

30. Deutscher Schmerz- und Palliativtag – drei Jahrzehnte Engagement
07. bis 09. März 2019, Congress Center Messe Frankfurt

Berlin/Frankfurt – Vom 7. bis 9. März 2019 treffen sich in Frankfurt anlässlich des 30. Deutschen Schmerz- und Palliativtags die wichtigsten Meinungsbildner und an der Schmerzmedizin interessierte Therapeuten. Das Motto „Individualisierung statt Standardisierung“ ist thematisch durch ein Thesenpapier der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) vorbereitet worden, das zur aktuellen evidenzbasierten Therapie und den Leitlinien Stellung nimmt. Anlässlich des Jubiläums werden zudem die erforderlichen gesundheitspolitischen Bedingungen für eine flächendeckende schmerzmedizinische Versorgung der Zukunft mit den maßgeblichen Entscheidungsträgern diskutiert. Ein weiterer zentraler Themenschwerpunkt werden aktuelle Entwicklungen in der Kopfschmerztherapie sein.

Der Deutsche Schmerz- und Palliativtag schaut zu seinem 30-jährigen Bestehen auf eine Geschichte zurück, die die Entwicklung der schmerzmedizinischen Versorgung in Deutschland maßgeblich geprägt hat. Der Schmerztag bietet eine Plattform, auf der die wichtigen und aktuellen Themen aus der Wissenschaft und ihre Anwendung vorgestellt und diskutiert werden. Gleichzeitig sind von dieser größten Veranstaltung in der schmerzmedizinischen Versorgungslandschaft im Laufe des vergangenen Jahres wichtige Impulse in der Gesundheitspolitik ausgegangen: „Unsere Fachgesellschaft blickt auf ein Jahr intensive Arbeit zurück, in dem die Vorgaben der sogenannten DGS-Agenda 2020plus weiter entscheidend vorangetrieben werden konnten“ erklärt Dr. med. Johannes Horlemann, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS). Erfreulicherweise sind auch die Voraussetzungen für eine schmerzmedizinische Bedarfsplanung durch ein Gutachten, das der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) angenommen hat, weiter vorangekommen. „Dieses Gutachten gibt uns Anlass zu der Hoffnung, dass in naher Zukunft durch eine eigenständige fachärztliche Bedarfsplanung die zunehmende Zahl von Patienten mit chronischen Schmerzen abgefangen werden kann“, betont Horlemann. Gleichzeitig wird durch die Gesellschaft weiterhin ein Facharzt für Schmerzmedizin gefordert.

Neue Struktur des Schmerz- und Palliativtags

Der Deutsche Schmerz- und Palliativtag wird sich jährlich einem besonderem Thema aus der Schmerzmedizin widmen, in diesem Jahr dem Kopfschmerz. Für diesen Veranstaltungsteil zeigt sich DGS-Vizepräsidentin Frau Dr. Astrid Gendolla als Tagungspräsidentin verantwortlich. Der Themenschwerpunkt findet in Kooperation mit der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG) statt. Neben dem Kopfschmerz werden auch alle weiteren Themen aus der Schmerz- und Palliativmedizin in einem hochkarätigen Wissenschafts- und Fortbildungsprogramm vorgestellt – von Naturheilverfahren über psychologische Aspekte bis hin zu innovativen Therapien bei akuten und chronischen Schmerzen. „Das Programm wird neue Impulse für Forschung, Versorgung und Gesundheitspolitik setzen“, ist sich Horlemann sicher.

Das Motto „Individualisierung statt Standardisierung“ stellt die Bedürfnisse des einzelnen Patienten in den Vordergrund, dessen Leidensdimension nicht standardisierbar ist. Aktuelle DGS-PraxisLeitlinien und das dazu formulierte DGS-Thesenpapier werden im Mittelpunkt des Kongresses stehen. „Wir wollen eine Brücke zwischen der Berücksichtigung der medizinischen Standards einerseits, der Therapiefreiheit des Arztes und den Haltungen und Wertungen der Patienten andererseits schaffen“, erklärt Horlemann. In zahlreichen Veranstaltungen und Curricula wird eine solche Brücke zwischen individuellem Anspruch und wissenschaftlichem Standard dargestellt.

Kongress-Highlights:
  • Vorstellung des DGS-Thesenpapiers
  • Tägliche „Curricula Kopfschmerz“ gemeinsam mit der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG)
  • Exzellenzvortrag „Waz wirret dier? Der Schmerz und das Reden“ mit Prof. Dr. phil. Jan Philipp Reemtsma, Hamburg
  • Vorstellung neuer DGS-PraxisLeitlinien (u.a. Opioid-induzierte Obstipation (OIC) und Cannabis in der Schmerzmedizin)
  • Gesundheitspolitisches Treffen zur Bedarfsplanung, Bedarfssicherung sowie Nachwuchsfragen in der Schmerzmedizin
  • Verleihung DEUTSCHER SCHMERZPREIS – Deutscher Förderpreis für Schmerzforschung und Schmerztherapie durch die DGS und DSL

Hier geht es zum Programm: www.schmerz-und-palliativtag.de/2019/programm.html

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) ist mit rund 4.000 Mitgliedern die größte Gesellschaft praktisch tätiger Schmerztherapeuten in Europa. Sie setzt sich für ein besseres Verständnis und für bessere Diagnostik und Therapie des chronischen Schmerzes ein. Bundesweit ist sie in rund 125 regionalen Schmerzzentren organisiert, in denen interdisziplinäre Schmerzkonferenzen veranstaltet werden. Oberstes Ziel der DGS ist die Verbesserung der Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen. Dazu gehört die Qualitätssicherung in der Schmerzmedizin durch die Etablierung von Therapiestandards sowie die Verbesserung der Aus-, Fort- und Weiterbildung auf den Gebieten der Schmerzdiagnostik und Schmerztherapie für Ärzte aller Fachrichtungen.

Zur Deutschen Schmerzliga e.V. (DSL) gehören inzwischen mehr als 3.000 Mitglieder, die von spezifischen Informationsangeboten und individueller Beratung profitieren. Mehr als 80 regionale Selbsthilfegruppen bieten Patienten sogar konkrete Unterstützung vor Ort. Auf Bundesebene engagiert sich der Verein darüber hinaus für die Rechte von Betroffenen in Öffentlichkeit und Politik. Zudem hat die Patientenorganisation mit der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS) einen starken ärztlichen Partner an der Seite – mit dem Überblick über die aktuellsten Erkenntnisse auf dem Gebiet der Schmerzmedizin.

Weiterführende Links:
www.dgschmerzmedizin.de
www.schmerzliga.de