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Mittwoch, 19. Dezember 2018, 11:15 Uhr

Pro Generika e.V.

Zahl des Monats Dezember 2018:

73 Prozent

Berlin – 73 % aller Deutschen halten eine Arzneimittelproduktion innerhalb der Europäischen Union für wichtig. Eine aktuelle Studie von Roland Berger zur Versorgungsicherheit mit Antibiotika im Auftrag von Pro Generika zeigt: Eine Rückverlagerung der Antibiotikaproduktion aus Asien nach Europa ist zwar möglich, erfordert aber das intensive Zusammenspiel verschiedenster Akteure und vor allem einen klaren politischen Willen. Die Studie zeigt zudem, dass

  • beispielsweise eine Tagesdosis der versorgungskritischen Cephalosporine aus europäischer Produktion nur 46 Cent mehr kosten würde.
  • die Berücksichtigung europäischer Arzneimittel in Rabattverträgen und/oder gezielter Ausgleich der Unterdeckung der Produktionskosten in Europa die Abhängigkeit Deutschlands/Europas vom Tropf der derzeitigen Herstellerländer schon maßgeblich verringern würde.
  • das Problem der Lieferengpässe mit einer europäischen Produktion an der Wurzel gepackt werden könnte: Die Marktverengung auf Ebene der Wirkstoffhersteller würde wirkungsvoll bekämpft.

Schätzungen zufolge werden rund 80 % der Wirkstoffe aller in der EU abgegebenen Arzneimittel – Generika wie patentgeschützte Arzneimittel - im Nicht-EU-Ausland produziert.

Die Verlagerung der Arzneimittelproduktion aus Europa in Niedrigkostenländer, insbesondere nach Indien und China, wurde und wird nicht zuletzt auch vom stetigen staatlich geförderten Preisverfall für generische Produkte getrieben. Durch die Wertschöpfungskette werden die geringen Verkaufspreise für Arzneimittel bis auf die Ebene der Wirkstoffhersteller weitergegeben. Daher geht die Verlagerung einher mit einer Oligopolisierung auch bei den Wirkstoffherstellern. Dies gefährdet die Versorgungssicherheit und führt zu einer Abhängigkeit der Versorgung in Europa. Dabei geht es nicht nur um den Arzneimittelwirkstoff, sondern auch um die Herstellung sogenannter „Intermediates“, welche Zwischenprodukte in der Produktion des Arzneimittels darstellen.

Ein Vergleich der Herstellungskosten von Cephalosporinen in der Studie ergab: Für die GKV würden die Arzneimittelausgaben gerade mal um 0,25 % steigen, wenn die Produktion in Europa statt wie bisher in China stattfinden würde.

Die vollständige Studie finden Sie unter: www.progenerika.de/studien