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Donnerstag, 29. November 2018, 10:58 Uhr

Ärzte für das Leben e.V. (ÄfdL)

Pressemitteilung

Ärzte für das Leben e.V.: Erste gen-editierte Menschen geboren: Kritik der Medien und vieler Wissenschaftler nicht glaubwürdig

Münster – Laut diversen Medienberichten wurden in China Zwillingsmädchen geboren, deren Erbsubstanz mittels der sogenannten „Genschere“ angeblich geändert worden war. Da diese Veränderung auch die Keimbahn dieser Kinder erfasst, werden diese Genveränderungen von ihren Kindern und Kindeskindern geerbt. Es ist die erste solche Manipulation bei geborenen Menschen weltweit. Der chinesische Forscher He Jiankui aus der Boom-Region Shenzhen, die direkt an Hong Kong grenzt, behauptet, im Rahmen einer Fertilitätsbehandlung die Embryonen von sieben Paaren dergestalt geändert zu haben, dass die Kinder gegenüber einer HIV-Infektion resistent sind. Diese Versuche wurden nicht in einer wissenschaftlichen Zeitschrift veröffentlicht und konnten bisher nicht bestätigt werden, sondern wurden den Organisatoren einer Konferenz über Geneditierung in Hong Kong mitgeteilt.

„Das interessante an diesem Bericht“, sagte Prof. Paul Cullen, erster Vorsitzender des Vereins Ärzte für das Leben e.V., „ist nicht die Tatsache an sich, denn es war nur eine Frage der Zeit, bis diese Technologie beim Menschen angewendet wird, auch wenn der vorliegende Bericht sich nicht bestätigen lässt. Viel interessanter ist die Kritik, die von den meisten Medien und vielen Wissenschaftler geäußert wurde. Denn hier ist der Sündenfall bereits vor lange Zeit geschehen, als im Rahmen der vorgeburtlichen Diagnostik das Konzept akzeptiert wurde, dass es Menschen verschiedener Güteklasse gibt und dass es sogar akzeptabel ist, Menschen die bestimmten Standards nicht erfüllen, vor ihrer Geburt zu entsorgen. Wer diese Logik akzeptiert, muss auch mit der Vorstellung leben, dass Versuche, das Erbgut des Menschen gezielt zu „verbessern“ moralisch nicht zu beanstanden sind. So wirkt die Empörung vieler Kritiker etwas heuchlerisch. Diese Einschätzung ist übrigens unabhängig davon, ob solche „Verbesserungsversuche“ sich nicht am Ende als utopisch erweisen.

Entweder ist der Mensch vom ersten Moment an prinzipiell unverfügbar, oder er ist Spielball solcher Optimierungsversuche, entweder durch Selektion oder durch Genschere. Alles andere ist inkonsequent und mit der Würde nicht vereinbar.“

Über Ärzte für das Leben e.V.

Der Verein „Ärzte für das Leben“ fordert eine uneingeschränkte Kultur des Lebens in der medizinischen Praxis und Forschung auf der Grundlage der hippokratischen Tradition. Er finanziert sich ausschließlich über die Beiträge seiner Mitglieder sowie durch Spenden. Mehr unter aerzte-fuer-das-leben.de