Übersicht / Landesverband Ambulantes Operieren (LAO) Bayern / Meldung vom 19.01.2009

Montag, 19. Januar 2009, 10:17 Uhr

Landesverband Ambulantes Operieren (LAO) Bayern

Pressemitteilung

Ambulantes Operieren in Bayern: Krankenkassen zurück an den Verhandlungstisch!

München – Von ambulante Operationen sollen nicht nur Patienten und Kassen profitieren, sondern auch Operateure und Narkoseärzte. Aus diesem Grund hat der Landesverband Ambulantes Operieren (LAO) Bayern von den gesetzlichen Krankenkassen erneut einen Punktwert von 5,11 Cent für alle ambulanten Eingriffe gefordert, „und zwar als extrabudgetäres Honorar, das nicht gegen die Gesamtvergütung aufgerechnet wird“, betonte der LAO-Vorsitzende Dr. Axel Neumann und ergänzte: „Wir sind an raschen Verhandlungen und an einer langfristigen Partnerschaft mit den Kassen interessiert.“ Der Verband informierte auch den bayerischen Gesundheitsminister Dr. Markus Söder über seine Forderungen.

Mit der Bekräftigung seiner Forderungen reagierte der LAO Bayern auf ein Schreiben, in dem die bayerischen Krankenkassen auf die zusätzlichen 280 Millionen Euro für die Vertragsärzte des Freistaats hingewiesen und damit drohende Honorareinbußen angezweifelt hatten. „Insbesondere komplexere Leistungen wie etwa die Varizen- oder Hernienchirurgie, die bis Ende 2008 noch im Rahmen von Strukturverträgen mit Punktwerten von rund 5,0 Cent gefördert wurden, sind nun durch den bundeseinheitlichen Punktwert von effektiv 4,04 Cent erneut massiv abgewertet worden“, kritisierte Neumann und erinnerte an den Punktwertekatalog (EBM) von 2005, in dem die Krankenkassen noch einen Punktwert von 5,11 Cent als betriebswirtschaftliche Berechnungsgrundlage akzeptiert hatten.

Weil diese 5,11 Cent jedoch bereits in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgehöhlt wurden, haben die ambulanten Operateure und Narkoseärzte bereits 2008 deutlich weniger stationsersetzende Eingriffe durchgeführt: zum Beispiel 23,5 Prozent weniger Nasenpolypen-Operationen (Adenotomien), 19,1 Prozent weniger Vorfußeingriffe, 5,9 Prozent weniger Kreuzbandplastiken und 19,6 Prozent weniger Blasenoperationen durch die Harnröhre (transurethale Resektionen). „Bislang haben wir schweigend protestiert und einfach weniger operiert als früher. Doch mit dieser Ruhe ist es nun vorbei“, warnte Neumann: „Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie fachärztliche OP-Zentren in Bayern in den Ruin getrieben werden. Bis die Kassen an den Verhandlungstisch zurückkehren, werden wir fühlbar Widerstand leisten.“