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Montag, 22. März 2021, 10:00 Uhr

CGC Cramer Gesundheits-Consulting GmbH

Neue Studie an der Universität Regensburg:

Antiphlogistische Wirkung von Myrrhe bei gastroenterologischen Erkrankungen erneut bestätigt

Eschborn – Seit vielen Jahren wird Myrrhe – die Arzneipflanze des Jahres 2021 – aufgrund ihrer spasmolytischen und antiphlogistischen Wirkung sowie der Stabilisierung der Darmbarriere zur Therapie von chronischen Darmerkrankungen erfolgreich eingesetzt. Die Eigenschaften der Arzneipflanze wurden in den letzten Jahren in vitro und in vivo vielfach belegt. So ergab eine randomisierte kontrollierte Studie an den Kliniken Essen-Mitte, dass eine Phytokombination aus Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle bei Colitis ulcerosa zur Remissionserhaltung vergleichbar wirksam war wie die Therapie mit dem Standardtherapeutikum Mesalazin[1], was auch zur Aufnahme in die entsprechende S3-Leitlinie führte. Eine aktuelle Untersuchung an der Universität Regensburg liefert jetzt einen weiteren Baustein, um die antiphlogistischen Effekte von Myrrhe auf molekularbiologischer Ebene zu erklären: Ein in der Myrrhe enthaltenes Sesquiterpen hemmt das proinflammatorisch wirkende interzelluläre Adhäsionsmolekül ICAM-1, das eine wichtige Rolle im inflammatorischen Prozess von entzündlichen Darmerkrankungen spielt. „Unsere Ergebnisse ergänzen damit einen weiteren neuen Erklärungsansatz, wie und warum die Arzneipflanze Myrrhe bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wirksam eingesetzt werden kann,“ erklärt Prof. Dr. Jörg Heilmann von der Universität Regensburg.

Die Entstehung von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ist noch nicht vollständig erforscht, aber es wird vermutet, dass neben anderen pathophysiologischen Mechanismen auch Adhäsionsmoleküle wie das interzelluläre ICAM-1 entscheidend an den Entzündungsvorgängen beteiligt sind. So wurde z.B. gezeigt, dass die ICAM-1 Konzentration im Serum von Patienten mit Colitis ulcerosa mit der Krankheitsaktivität korreliert. Ziel der Regensburger Studie war daher in einem Myrrhe-Extrakt, welches bekanntlich entzündungshemmend wirkt, nach ICAM-1-Inhibitoren zu suchen. Die Untersuchungen ergaben, dass ein Sesquiterpen in Myrrhe die TNF-alpha abhängige ICAM-1 Expression signifikant konzentrationsabhängig reduzieren kann. „Somit konnten unsere Ergebnisse eine weitere mögliche Wirkungsweise der Myrrhe im anti-inflammatorischen Prozess aufzeigen“, so Heilmann.

Myrrhe: Arzneipflanze des Jahres 2021

Myrrhe gehört zu den ältesten bekannten sowohl medizinisch als auch kultisch verwendeten Pflanzen. Heute wird die Pflanze mit „biblischer Tradition“ kombiniert mit Kamille und Kaffeekohle aufgrund ihrer vielfältigen Wirkweise erfolgreich bei verschiedenen Darmerkrankungen wie Diarrhoe, Reizdarm oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt. Aufgrund ihrer großen Bedeutung in der Kultur- und Medizingeschichte, der Forschung in der jüngeren Vergangenheit und dem Potential für die medizinische Nutzung wurde die Myrrhe aktuell vom Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde zur Arzneipflanze des Jahres 2021 gewählt[3].

Im Forscherfokus: Myrrhe stabilisiert die Darmbarriere

Zahlreiche Forschungsarbeiten[4-9] an deutschen Universitäten belegen die vielfältigen Wirkungen von Myrrhe – antiinflammatorisch, spasmolytisch, adstringierend, schmerz- und blähungslindernd –, die sich in Kombination mit Kamille und Kaffeekohle teilweise noch synergistisch verstärken. Verschiedene Studien[4,9] zeigen außerdem, dass Myrrhe deutlich zur Stabilisierung der Darmbarriere beiträgt – ein Effekt, der bisher für kein anderes pflanzliches Arzneimittel in der Form wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte. Da eine geschädigte Darmbarriere als pathophysiologischer Faktor bei verschiedenen Darmerkrankungen wie Reizdarm oder Colitis ulcerosa diskutiert wird, hat dieser Effekt hier eine große therapeutische Bedeutung. Die stabilisierende Wirkung der Myrrhe auf die Darmbarriere ist außerdem wichtig zur Vorbereitung und Unterstützung einer Probiotika-Therapie, denn nur bei intakter Darmbarriere können sich die probiotischen Kulturen bestmöglich ansiedeln.

Auch in der Praxis bewährt

Eine Multi-Center Beobachtungsstudie mit mehr als 1.000 Patienten in 131 deutschen Arztpraxen konnte zeigen, dass die unterstützende Behandlung von akut entzündlichen Darmerkrankungen mit der Myrrhe-Kombinationsarznei wirksam, sicher und verträglich war. Das Phytopharmakon führte zu einer deutlichen Besserung der Durchfallsymptomatik und des Gesamtbeschwerdebilds bei Reizdarm, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und akuten Diarrhoen. Bei Reizdarm-Patienten war außerdem eine deutliche Reduktion von Flatulenzen zu beobachten[10]. Ein methodisch hochwertiger RCT (randomised clinical trial) an den Kliniken Essen-Mitte ergab außerdem, dass die Phytokombination bei Colitis ulcerosa zur Remissionserhaltung vergleichbar wirksam war wie die Therapie mit dem Standardtherapeutikum Mesalazin[1]. Seit Mai 2018 empfiehlt auch die S3-Leitlinie Colitis ulcerosa[11]: „Eine Kombination aus Myrrhe, Kamillenblütenextrakt und Kaffeekohle kann zur Verlängerung der beschwerdefreien Phase (Remission) eingesetzt werden“.

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