Übersicht / Universitätsklinikum Heidelberg / Meldung vom 12.11.2007

Montag, 12. November 2007, 16:42 Uhr

Universitätsklinikum Heidelberg

Universitätsklinikum Heidelberg

Auch der verbesserte Qualitätsbericht 2006 kann Patienten nur bedingt zur „besten“ Klinik führen

Heidelberg – Nur wenige Daten geben tatsächlich Aufschluss über Qualität von Diagnostik und Behandlung im Krankenhaus / Universitätsklinikum Heidelberg führend bei Bypass-Operationen und Operationen der Halsschlagader

Der zweite Qualitätsbericht, den die Kliniken in Deutschland Ende Oktober 2007 vorgelegt haben, kann Patienten kaum dabei helfen, die leistungsstärkste Klinik für sich zu finden. Zwar enthält der Bericht erstmals 30 sogenannte Qualitätsindikatoren; doch fast alle lassen nur indirekt auf die Qualität der Behandlung schließen. Ihre Beurteilung erfordert zudem Fachwissen vom Patienten.

Die Fülle der Daten und die vorgegebene Fachsprache sind ein zusätzliches Hindernis für mehr Transparenz. Ergebnisse zur Behandlungsqualität werden nach wie vor - bis auf wenige Ausnahmen - nicht publiziert.

Darauf wies bei einer Pressekonferenz am 12. November 2007 in Heidelberg Professor Dr. Jörg Rüdiger Siewert, der Leitende Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Heidelberg, hin. Im Gegensatz zum Ausland - insbesondere den USA - würden nach wie vor keine Ergebnisse zur Behandlungsqualität wie Überlebensraten oder Tumorrezidiv veröffentlicht. Ein Grund dafür sei der Datenschutz, der die Weitergabe der Behandlungsdaten von Krankenkassen verhindere.

Aussagekräftig sind im Qualitätsbericht 2007 die Daten zu Bypass-Operationen und Operationen der Halsschlagader. Denn nur bei diesen Ergebnissen wurde berücksichtigt, wie stark das Risiko der Patienten durch andere Erkrankungen war, Komplikationen bei den Eingriffen zu erleiden. Das Universitätsklinikum Heidelberg konnte hier im bundesweiten Vergleich Spitzenleistungen erzielen. Darauf hat Dr. André Michel, Leiter der Stabsstelle Qualitätsmanagement und Medizincontrolling am Universitätsklinikum Heidelberg, hingewiesen.

Nur zwei der 30 "Qualitätsindikatoren" berücksichtigen Begleiterkrankungen des Patienten "risikoadjustiert"

"Die sogenannte Risikoadjustierung sollte auch bei anderen Eingriffen und Therapien angewandt werden", so Dr. Michel. "Universitätsklinika haben meist deutlich kränkere Patienten als andere Kliniken. Deshalb bergen dort Eingriffe im Durchschnitt ein höheres Risiko." Durch die Risikoadjustierung ergibt sich für Heidelberg eine um 15% niedrigere Sterblichkeitsrate als im Bundesdurchschnitt.

Die anderen 28 "Qualitätsindikatoren" geben dagegen nur indirekt Aufschluss über die Qualität. So wird dokumentiert, ob vor und nach bestimmten Operationen z.B. der Gallenblase und von Brustkrebs bestimmte diagnostische oder therapeutische Standards eingehalten wurden, etwa bei dem Einsatz von Herzschrittmachern und des Herzkatheters.

Datenbanken ab 30. November 2007 im Internet

Die Kliniken in Deutschland müssen ihre Qualitätsberichte zum Vorjahr, so verlangt es der Gesetzgeber, seit 2005 alle zwei Jahre der Öffentlichkeit zugänglich machen. Unter der Internetadresse http://www.g-qb.de können sämtliche Berichte der rund 2.200 Kliniken in Deutschland eingesehen werden.

Neu ist 2007 eine Datenbankversion, die den Krankenkassen Ende Oktober 2007 übergeben worden ist. Sämtliche Qualitätsberichte werden ab 30. November 2007 in verschiedenen Portalen mit Suchmaschinen veröffentlicht, mit deren Hilfe sich Patienten Informationen zu einer Behandlung in verschiedenen Kliniken aufrufen kann.

Den Qualitätsbericht des Universitätsklinikums Heidelberg finden Sie im Internet hier: http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

Bei Rückfragen: Dr. André Michel Leiter der Stabsstelle Qualitätsmanagement und Medizincontrolling Universitätsklinikum Heidelberg E-Mail: andre.michel@med.uni-heidelberg.de

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter http://www.klinikum.uni-heidelberg.de