Ein digitales Angebot der Deutschen Schlaganfallbegleitung (DSB) gGmbH in Berlin bietet Schlaganfall-Patientinnen und Patienten und ihren Angehörigen umfassende Informationen über die Schlaganfall-Erkrankung. In einem zertifizierten und dauerhaft nutzbaren Präventionskurs wird gezeigt, wie man seine Gesundheit selbst in die Hand nehmen und einem Schlaganfall vorbeugen kann. Die Kurskosten werden komplett oder zum großen Teil von den Krankenkassen übernommen. Ein zusätzlicher Online-Pflegekurs unterstützt Angehörige bei der Betreuung von Schlaganfall-Patienten.
„Aufklärung kann Leben retten,“ dieses Motto steht im Fokus der Deutschen Schlaganfallbegleitung (DSB) gGmbH (schlaganfallbegleitung.de) aus Berlin. „Das Tückische ist, dass man den Schlaganfall im Vorfeld weder sieht noch spürt“, sagt Corinna von Büdingen, Betriebswirtin und DSB-Geschäftsführerin. Gemeinsam mit ihrem Vater Prof. Dr. med. Hans Joachim von Büdingen, Facharzt für Neurologie im Neurozentrum Ravensburg, hat sie die gemeinnützige Gesellschaft 2020 gegründet. Seit 2025 kooperiert die DSB mit der Björn Steiger Stiftung. „Unser Anliegen ist es, umfassende Informationen über die Schlaganfall-Erkrankung sowie Vorbeugung, Behandlung und Nachsorge für Betroffene und Angehörige zu bieten“, erklärt Corinna von Büdingen. Zum DSB-Team gehören unter anderem Neurologen, Rehabilitationsmediziner, Physiotherapeuten und viele andere Berufsgruppen, die sich mit der Schlaganfall-Erkrankung auskennen. Auch ein Betroffener ist mit von der Partie.
Ein „Mini-Schlaganfall“ ist auch ein Notfall
Das Wissen um die Schlaganfall-Erkrankung kann für die Betroffenen lebenswichtig sein. Ein Beispiel: Manche neurologischen Symptome können nach wenigen Minuten bis Stunden verschwinden und es ist so, als sei nichts gewesen. Dabei handelt es sich um eine Art „Mini-Schlaganfall,“ in der Fachsprache transitorisch-ischämische Attacke (TIA) genannt. Er ist auch ein Notfall, weil die Attacke die Gefahr birgt, Wochen bis Monate später einen Schlaganfall zu erleiden. Ganz entscheidend sind auch Kenntnisse um die Risiken, die einen Schlaganfall begünstigen können.
80 Prozent der Schlaganfälle wären vermeidbar
„Würde man alle beeinflussbaren Risikofaktoren eliminieren, könnten etwa 80 Prozent der Schlaganfälle vermieden werden“, bekräftigt Prof. Dr. med. Hans Joachim von Büdingen. Aufklärung und Prävention sind denn auch wesentliche Anliegen der Deutschen Schlaganfallbegleitung (DSB) GmbH. So bietet die DSB von der Zentralen Prüfstelle Prävention (ZPP), eine Gemeinschaftseinrichtung der Krankenkassen in Deutschland, einen zertifizierten Online-Schlaganfall-Präventionskurs „Mit alltagstauglicher Ernährung das Risiko senken“ an (schlaganfallbegleitung.de/praeventionskurs-ernaehrung). Er umfasst 10 Module von jeweils 45 Minuten und ist jederzeit, überall und dauerhaft nutzbar.
Regelmäßiger Check beim Hausarzt gehört zur Vorbeugung
„Es gibt einen kausalen Zusammenhang zwischen Lebensstil und Schlaganfall-Risiken“, erklärt Prof. Dr. med. Hans Joachim von Büdingen. Die wichtigsten Risiken für eine Schlaganfallerkrankung sind Bluthochdruck, Rauchen, zu wenig Bewegung, Übergewicht, Diabetes mellitus, Alkoholkonsum sowie Herzerkrankungen. Während Bluthochdruck, Diabetes mellitus und Herzerkrankungen in der Regel medikamentös behandelt werden müssen, lassen sich die Lebensstil-Faktoren individuell beeinflussen. Ein regelmäßiger Check-up beim Hausarzt mit Blutuntersuchung und Blutdruckkontrolle gehört ebenso zur Prävention wie eine gesunde Lebensführung.
Im Präventionskurs gesunde Lebensführung lernen
Der Kurs informiert rund um die Schlaganfall-Erkrankung und wie man durch eine ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensgewohnheiten sein Herz-Kreislaufsystem stärken und sich vor einem Schlaganfall schützen kann. Es werden Fragen beantwortet wie: Was sollte ich essen, um mich gesund zu ernähren? Wie setze ich das im Alltag um? Mit welchen Tricks kann ich mein Essverhalten ändern? Oder: Wie integriere ich mehr Bewegung in mein Leben? Schritt für Schritt lernen die Kursteilnehmer ihren Lebensstil umzustellen. Der Präventionskurs kostet einmalig 90.- Euro und wird zu 75 bis 100 Prozent von der Krankenkasse übernommen. Das Prozedere ist einfach: Der Kurs lässt sich online buchen, nach Abschluss der Module erhält man eine Teilnahmebescheinigung, die bei der Krankenkasse zur Kostenerstattung eingereicht werden kann. Der Kurs ist auch auf Englisch und Türkisch verfügbar.
Online-Pflegekurs für Angehörige
Zum digitalen Angebot der DSB gehören neben der frei zugänglichen Informationsplattform schlaganfallbegleitung.de außerdem ein Selbsthilfe-Forum für Betroffene und Angehörige sowie ein auf den Schlaganfall spezialisierter KI-Chatbot, in dem man schnelle Antworten auf Fragen zum Schlaganfall erhält. Ein Online-Pflegekurs für Angehörige (schlaganfallbegleitung.de/onlinekurs-angehoerige), der in vielen Fällen kostenfrei gebucht werden kann, rundet das Angebot ab. Er informiert darüber, wie es nach dem Krankenhaus weitergeht und worauf es bei der Nachsorge und Pflege ankommt. Denn Schlaganfälle gehören zu den häufigsten Ursachen von körperlichen Behinderungen sowie geistigen und seelischen Störungen. Rund 40 Prozent der Patienten, die einen Schlaganfall überleben, sind schwerbehindert und dauerhaft auf Pflege und Unterstützung angewiesen. Das Problem: „Es gibt nach der Akutbehandlung keine strukturierte Nachsorge“, betont der erfahrene Schlaganfall-Spezialist von Büdingen. „Die Betroffenen und ihre Angehörigen sind auf sich gestellt.“ Diese Lücke will die DSB mit ihrem Angebot schließen. Corinna von Büdingen unterstreicht: „Mit unserem Angebot wollen wir die Gesundheitskompetenz der Menschen stärken und ihnen viel Leid ersparen.“
Der Schlaganfall – Ein lebensbedrohlicher Notfall
In Deutschland erleiden 270.000 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall, 70.000 von ihnen zum wiederholten Mal. 15 Prozent von ihnen sind jünger als 55, im Schnitt sind die Betroffenen 73 Jahre alt. Bei einem Schlaganfall wird das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt. In den meisten Fällen wird ein Hirngefäß durch ein Blutgerinnsel verstopft. Man spricht dann von einem Hirninfarkt. Bei einer Hirnblutung dagegen reißt ein Gefäß ein, sodass Blut in das umliegende Hirngewebe dringt. Ein Schlaganfall tritt plötzlich auf und ist ein lebensbedrohlicher Notfall, bei dem sofort der Notarzt unter 112 gerufen werden muss. Die Symptome können – je nach betroffener Hirnregion – zum Beispiel Sprech- und Sehstörungen, Schwindel, Lähmungserscheinungen, ein einseitig herabhängender Mundwinkel, Schwindel und Kopfschmerzen sein.
Literatur
„Schlaganfall – Der Leitfaden für Angehörige“ von Prof. Hans Joachim von Büdingen und Nadine Stelzer, Trias Verlag, 2025
Links
schlaganfallbegleitung.de
schlaganfallbegleitung.de/praeventionskurs-ernaehrung
schlaganfallbegleitung.de/onlinekurs-angehoerige
