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Mittwoch, 13. Mai 2009, 14:53 Uhr

Saarland - Ministerium für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales

Pressemitteilung

Auftaktveranstaltung „Depression hat viele Gesichter“ in Saarbrücken

Saarbrücken – Anlässlich der Auftaktveranstaltung „Depression hat viele Gesichter“ – einer gemeinsamen Veranstaltung des „Saarländischen Bündnisses gegen Depression“ und des Ministeriums für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales – erklärte Gesundheitsminister Vigener:

„Der Umgang mit dem Begriff Depression ist so in unserer Alltagssprache verankert, dass man Betroffene häufig nicht als krank, sondern als labil und nicht alltagstauglich einstuft. Aber Depression ist kein seelisches Wehwehchen oder Einbildung, sondern eine ernste, manchmal lebensbedrohliche Erkrankung, die heute gut behandelt werden kann.“

Weiter unterstrich der Minister: „Depressionen sind bislang ein gesellschaftlich unzureichend wahrgenommenes Krankheitsbild. Nur selten gehen Betroffene offen mit ihrem Leid um. Deshalb müssen wir das Thema aus der Tabuzone holen, gemeinsam mit allen Beteiligten die Möglichkeiten der Behandlung verbessern und das Wissen über die Krankheit in der Bevölkerung erweitern. Depressive Erkrankungen gehören zu den häufigsten und zugleich am stärksten tabuisierten psychischen Krankheiten. Grundsätzlich können Depressionen jeden treffen und in allen Altersgruppen auftreten. Nach Schätzungen sind allein in Deutschland ca. 4 Millionen Menschen daran erkrankt. Die WHO prognostiziert, dass Depressionen bis zum Jahre 2020 in den industrialisierten Staaten die zweithäufigste Volkskrankheit neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein werden. Sowohl in gesundheitspolitischer als auch in volkswirtschaftlicher Hinsicht wird daher Depression ein wichtiges Thema sein, mit dem man sich verstärkt beschäftigen muss.“

In dem Zusammenhang begrüßte der Minister, dass sich mit Unterstützung des Ministeriums für Justiz, Arbeit, Gesundheit und Soziales unter Federführung der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe im Saarland (KISS) sowie ihrem Trägerverein, der Landesvereinigung Selbsthilfe e. V. ein Initiativkreis gebildet hat, der das „Saarländische Bündnis gegen Depression“ auf den Weg gebracht hat.

„Das Bündnis ist deutschlandweit das einzige Bündnis, das auf der Ebene eines Bundeslandes ins Leben gerufen wird. Es verfolgt das Ziel, ein multidisziplinäres Netzwerk zur besseren Behandlung depressiv erkrankter Menschen im Saarland aufzubauen und das Wissen über die Krankheit in der Bevölkerung zu erweitern. Dies soll durch den Zusammenschluss („an einem Strang ziehen“) aller gesellschaftlich relevanten Gruppen und Institutionen, insbesondere der Akteure im Gesundheits- und Sozialsystem wie den Hausärzten, Fachärzten, Psychotherapeuten, Kliniken, Beratungsstellen, Gesundheitsämtern und der Selbsthilfe, erreicht werden“, erklärte Gesundheitsminister Vigener.

Zusätzlich konnte die bundesweit erfolgreiche Leistungssportlerin (Leichtathletik/ Weitsprung) und Olympiateilnehmerin, Frau Bianca Kappler, als Botschafterin für das Bündnis gegen Depression gewonnen werden.

„Die heutige Auftaktveranstaltung ist der Startschuss für vielfältige Informations- und Fortbildungsveranstaltungen, wie z. B. Kinospots, Infostände, Vortrags- und Schulungsreihen, Sportveranstaltungen etc., um die Krankheit durch Aufklärung zu enttabuisieren und die Behandlungswege zu erweitern“, so der Gesundheitsminister.

Hintergrund: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt an, dass momentan weltweit etwa 120 Millionen Menschen unter Depressionen leiden. Die Wahrscheinlichkeit, an einer Depression zu erkranken, beträgt in Deutschland im Schnitt mehr als 15 %. Das „typische Alter“ für eine Ersterkrankung liegt zwischen dem 25. und dem 45. Lebensjahr. Von etwa 11.000 Suiziden/Jahr allein in Deutschland werden ca. 70% (7.500) von Depressiven verübt. Im Saarland rangieren psychische Störungen auf Platz 3 der Diagnosenhitliste für eine Arbeitsunfähigkeit.