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Dienstag, 24. Oktober 2006, 15:39 Uhr

Malteser Hilfsdienst e.V.

Malteser zur Gesundheitsreform:

Ausgabenabschlag im Rettungsdienst ist grober Unfug

Köln – Als groben wirtschaftlichen, rechtlichen und politischen Unfug werten die Malteser den Rettungsdienst betreffende Änderungen durch die Gesundheitsreform. Unter dem Punkt "Fahrtkosten" für Rettungsfahrten wird ein Ausgabenabschlag in Höhe von drei Prozent an die Krankenkassen vorgesehen. Dazu Karl zu Löwenstein, Geschäftsführer der Malteser Hilfsdienst gGmbH: "Wer dies verlangt, mutet dem Bürger automatisch Qualitätseinbußen zu. Patienten zu versorgen, Fahrzeuge auszustatten und das Personal hochqualifiziert auszubilden, wird auf diese Weise immer schwieriger." Und zwar bundesweit, unabhängig vom Abrechnungs- und Finanzierungssystem.

In den Bundesländern, bei denen für den Rettungsdienst der Kosten-/Leistungsnachweis gilt, werden nur die tatsächlich anfallenden Kosten abgerechnet: "Im Falle eines Ausgabenabschlags würden die Leistungserbringer unweigerlich auf drei Prozent der Kosten sitzen bleiben, egal wie wirtschaftlich sie arbeiten", so Löwenstein. Das könne nur zu Defiziten führen. Zudem sei es rechtlich und politisch fragwürdig, dass letztlich dann Spender und Förderer für öffentliche Aufgaben aufkommen müssten. In den Bundesländern, wo die Leistung offen ausgeschrieben und pauschal abgerechnet wird, so Löwenstein weiter, würde die Abgabe dazu führen, sie bereits im Vorfeld in das Angebot mit einzukalkulieren. "Für die Sozialversicherung wird dadurch kein Cent gewonnen! Es entsteht lediglich ein zusätzlicher Verwaltungsaufwand, der die Gesamtkosten antreibt."

Löwenstein schlägt vor - statt des drei-prozentigen Abschlag-Unfuges - beispielsweise eher Anreize über Pauschalierungen zu schaffen, die zu weiterer Steigerung der Effizienz anspornen könnten.

Im Auftrag von Kommunen und Kreisen betreiben die Malteser bundesweit 168 Rettungswachen mit 5.000 Mitarbeitern und 600 Fahrzeugen. Seit zehn Jahren arbeiten die Malteser als bislang einzige Hilfsorganisation nach einem bundesweit einheitlichen Qualitätsmanagementsystem im Rettungsdienst.

Achtung Redaktionen! Karl zu Löwenstein, Geschäftsführer Malteser Hilfsdienst gGmbH, steht für Interviews zur Verfügung, Vermittlung: 0160 70 77 689.