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Donnerstag, 03. Juni 2010, 09:45 Uhr

Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit

Gesundheitsminister Söder wirbt für Organspende

Bayern will mit Pilotprojekt in Krankenhäusern Strukturen zur Organspende optimieren

München – Bayern finanziert gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation und den Krankenkassen ab Juli 2010 ein Pilotprojekt zur Organspende in Krankenhäusern in Ober- und Unterfranken. Dies kündigte Dr. Markus Söder, Gesundheitsminister, zum "Tag der Organspende" (5. Juni) an. "Derzeit stehen in Bayern 1.700 Menschen auf der Warteliste für eine Transplantation. Ihnen kann nur mit einem passenden Spenderorgan geholfen werden", so Söder. Es müsse weiterhin alles getan werden, um Spendenbereitschaft zu erhöhen. Die Krankenhäuser in Bayern melden laut Söder insgesamt noch zu wenige Spender. In dem Pilotprojekt soll nun geprüft werden, wie auch in den Krankenhäusern ohne Neurochirurgie die Spendererkennung und Spendermeldung optimiert werden kann. Dabei ist es laut Söder besonders wichtig, gerade Krankenhäuser außerhalb von Ballungszentren einzubeziehen.

Die Zahlen der Organspenden ist in Bayern im vergangenen Jahr wieder leicht gestiegen: 2009 gab es 196 Organspender. Damit stieg die Zahl der Spender im Freistaat gegenüber dem Vorjahr um 7,7 Prozent.

Insgesamt benötigen rund 12.000 Menschen in Deutschland ein neues Organ - jährlich sterben 1.000 Betroffene, weil sich kein Spender findet. Die wenigsten Menschen wissen etwa, dass die Wahrscheinlichkeit, ein Spenderorgan zu brauchen, größer ist, als selbst eines zu spenden. Die Diskussion beim Thema Organspende ist oft noch von Unsicherheiten und Ängsten geprägt. "Organspendezahlen sind keine reine Statistik - dahinter verbergen sich menschliche Schicksale. Jeder von uns kann plötzlich schwer erkranken und ein Spenderorgan brauchen", so Söder. Deshalb setzt das Bayerische Gesundheitsministerium weiterhin auf intensive Aufklärung und breite Information. Bis zu 80 Prozent der Befragten befürworten heute nach bundesweiten Umfragen eine Organspende. Doch nur 17 Prozent besitzen tatsächlich einen Organspendeausweis. "Helfen auch Sie, die Situation von schwerkranken Patienten zu verbessern: Informieren Sie sich und entscheiden Sie dann für sich ganz persönlich, ob ein Organspendeausweis für Sie in Frage kommt. Ich habe mich für einen Organspendeausweis entschieden", so Söder.

Redaktionelle Hinweise:

Der Organspendeausweis kann beim Gesundheitsministerium kostenfrei bezogen oder unter http://www.gesundheit.bayern.de heruntergeladen werden.