Übersicht / Apothekerkammer Hamburg und Hamburger Apothekerverein e.V. / Meldung vom 10.08.2010

Dienstag, 10. August 2010, 13:14 Uhr

Apothekerkammer Hamburg und Hamburger Apothekerverein e.V.

Hamburger Apotheker raten:

Beeren und Pilze aus dem Wald vor dem Verzehr waschen

Hamburg – Wenn im Sommer und im Herbst die Früchte des Waldes reifen, werden aus Spaziergängern schnell Sammler. Ein Korb voller Beeren oder Pilze ist die Krönung jedes Wochenendausflugs. Doch Wildfrüchte sollten nicht an Ort und Stelle gegessen werden, raten Hamburgs Apothekerinnen und Apotheker. Denn Heidelbeeren, Himbeeren oder Pilze können mit gefährlichen Erregern kontaminiert sein.

„Beeren und Pilze aus dem Wald sollten nicht ungewaschen verzehrt werden“, sagt Dr. Jörn Graue, Vorsitzender des Hamburger Apothekervereins. „Auf den Früchten können die Eier des Fuchsbandwurms vorkommen.“ Werden die Mitbringsel aus der Natur gründlich gewaschen, besteht laut Graue allerdings keine Ansteckungsgefahr. „Auch das Erhitzen beim Kochen und Braten zerstört die Erreger.“

Zwar sind – je nach Region – viele Füchse mit dem Bandwurm infiziert. Auf Menschen wird der Erreger jedoch vergleichsweise selten übertragen: Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts infizieren sich pro Jahr weniger als 30 Personen mit dem Fuchsbandwurm. Wird die Erkrankung festgestellt, müssen die Betroffenen allerdings meist lebenslang therapiert werden. Denn die Finnen des Bandwurms befallen Leber, Lunge und Gehirn und zerstören schleichend das Gewebe der Organe. Daher ist die so genannte alveoläre Echinokokkose eine meldepflichtige Erkrankung.

Neben dem Infektionsrisiko besteht beim Sammeln von Früchten oder Pilzen auch Verwechslungsgefahr mit nicht genießbaren Arten: „Grundsätzlich sollten nur solche Waldfrüchte gegessen werden, die einem bekannt sind“, sagt Rainer Töbing, Präsident der Apothekerkammer Hamburg. „Wer sich unsicher ist, sollte besser die Finger von den Pflanzen lassen“, rät der Apotheker.

Für Pilze gilt dieselbe Empfehlung, da der Verzehr einiger Pilzarten lebensgefährlich sein kann. „Um Verwechslungen zu vermeiden, sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden“, so Töbing. Neben Vereinen bieten auch einige Apotheken während der Pilzsaison von August bis Oktober eine Pilzberatung an.

Ansprechpartner: Dr. Reinhard Hanpft, Tel. 040 - 44 80 48-30

Hinweise an die Redaktion: Die Apothekerkammer Hamburg ist die Berufsorganisation aller Apotheker in der Freien und Hansestadt Hamburg. Der Hamburger Apothekerverein e.V. ist der Verband der selbstständigen Apothekenleiter in Hamburg.