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Mittwoch, 20. Oktober 2010, 15:28 Uhr

Apothekerkammer Hamburg und Hamburger Apothekerverein e.V.

Hamburger Apotheker empfehlen:

Bei Erkältung auch auf Heilpflanzen setzen

Hamburg – Der Herbsteinbruch hat viele Hamburgerinnen und Hamburger kalt erwischt. Patienten, die sich aktuell mit Halsschmerzen, Husten und Schnupfen plagen, suchen Hilfe in der Apotheke. Nicht immer muss es die chemische Keule sein. Hamburgs Apothekerinnen und Apotheker erklären, wie Heilpflanzen bei klassischen Erkältungsbeschwerden helfen.

Erkältungen verlaufen in mehreren Phasen. Der grippale Infekt macht sich in der Regel nach etwa drei Tagen durch Halsschmerzen bemerkbar. Anschließend treten Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schnupfen auf. Der Husten leitet das Ende der Erkältung ein. Häufig leiden Patienten zunächst an einem trockenen Reizhusten, bevor tatsächlich Schleim abgehustet wird.

Da die unterschiedlichen Erkältungssymptome in der Regel nicht gleichzeitig auftreten, sind Kombinationspräparate, die Arzneistoffe gegen mehrere Beschwerden enthalten, nicht empfehlenswert. „Das Prinzip 'Viel hilft viel' gilt bei Erkältungen nicht. Wenn ein Patient nur Kopfschmerzen hat, braucht er kein Mittel gegen Schnupfen“, sagt Dr. Jörn Graue, Vorsitzender des Hamburger Apothekervereins. Besser sei es, die einzelnen Symptome gezielt zu behandeln.

Bei Erkältungen sind Heilpflanzen eine gute Ergänzung zu Fertigarzneimitteln. „Zur effektiven Behandlung von Halsschmerzen kann mit Salbeitee gegurgelt werden“, sagt Rainer Töbing, Präsident der Hamburger Apothekerkammer. Die Inhaltsstoffe wirken antibakteriell und entzündungshemmend. Bei Schnupfen empfiehlt sich die Inhalation mit einem Aufguss mit Kamillenblüten. „Der warme Dampf löst festsitzenden Schnupfen, und die ätherischen Öle der Kamille wirken beruhigend auf die gereizten Schleimhäute“, so Töbing.

„Gegen Husten sind besonders viele Kräuter gewachsen: Thymian, Primelwurzel und Efeu lösen festsitzenden Husten und beruhigen die Bronchien“, sagt Graue. Arzneitees haben gegenüber Hustentropfen oder Pastillen einen entscheidenden Vorteil – bei der Einnahme wird automatisch viel getrunken, wodurch sich der Schleim leichter löst. Auch gegen Reizhusten gibt es Hilfe aus dem Arzneigarten: „Eibischwurzel enthält Schleimstoffe, die den Hustenreiz lindern. Allerdings muss der Tee mit kaltem Wasser angesetzt werden“, sagt Töbing.

Ansprechpartner: Dr. Reinhard Hanpft, Tel. 040 - 44 80 48-30

Hinweise an die Redaktion: Die Apothekerkammer Hamburg ist die Berufsorganisation aller Apotheker in der Freien und Hansestadt Hamburg. Der Hamburger Apothekerverein e.V. ist der Verband der selbstständigen Apothekenleiter in Hamburg.