Übersicht / Apothekerkammer Berlin / Meldung vom 25.10.2010

Montag, 25. Oktober 2010, 14:50 Uhr

Apothekerkammer Berlin

Presseinformation

Berliner Apotheker engagieren sich für Arzneimitteltherapiesicherheit

Berlin – Zu einer sicheren Arzneimittelanwendung gehört nicht nur die korrekte Dosierung. Auch Neben- und Wechselwirkungen müssen beachtet werden. Besonders wichtig ist das bei Arzneimitteln, die den Kaliumspiegel im Blut beeinflussen können. Wird das Risiko nicht erkannt, können sich die Werte lebensbedrohlich verändern. Um die Arzneimitteltherapiesicherheit zu erhöhen, beschäftigen sich die Berliner Apothekerinnen und Apotheker in ihren Qualitätszirkeln mit möglichen unerwünschten Wirkungen Kaliumspiegel beeinflussender Arzneimitteln sowie ihrer Vermeidung.

„Die Qualitätszirkel sind seit 2006 fester Bestandteil der Fortbildung und der Qualitätssicherung in Berliner Apotheken“, sagt Stephan Achterberg, Referent für Fortbildung bei der Apothekerkammer Berlin. Als Ergebnis des ehrenamtlichen Engagements vieler Apotheker aus der Praxis konnten Handlungsempfehlungen für den Alltag in der Apotheke zum Umgang mit kaliumrelevanten Arzneimitteln erarbeitet werden. „Zu hohe Kaliumspiegel können im schlimmsten Fall bis zum Herzstillstand führen. Umso wichtiger ist es, dass Risikopatienten rechtzeitig erkannt werden“, sagt Achterberg.

Nach Zahlen des deutschen Arzneiprüfungsinstituts (DAPI) haben im vierten Quartal des vergangenen Jahres 365 Patienten pro Apotheke in Berlin Arzneimittel erhalten, die den Kaliumspiegel erhöhen können. Dazu zählen Blutdrucksenker wie ACE-Hemmer, AT1-Antagonisten oder kaliumsparende Diuretika. Etwa 136 der betroffenen Patienten nahmen zusätzlich noch Medikamente, die das Kaliumrisiko weiter erhöhen. „Häufig kennt der Arzt nicht die komplette Medikation. Nur in der Apotheke kann deshalb das Gesamtrisiko ermittelt und entsprechend interveniert werden“, sagt Achterberg.

Für die Praxis haben die Qualitätszirkel in der Apothekerkammer ein Schnellschema mit den Kaliumsspiegel beeinflussenden Arzneimitteln sowie relevanten Begleiterkrankungen erstellt. Dadurch kann der Apotheker schnell das Risiko des Patienten für unphysiologische Kaliumspiegel ermitteln. Im nächsten Schritt soll der Bogen außerhalb des Kreises der Qualitätszirkel in weiteren Berliner Apotheken getestet werden.

Die Resultate ihrer Arbeit hat die Apothekerkammer Berlin kürzlich auf dem 9. Deutschen Kongress für Versorgungsforschung sowie auf der 5. Jahrestagung des Aktionsbündnisses Patientensicherheit präsentiert. „Die Apotheke ist die letzte Kontrollinstanz, bevor der Patient sein Arzneimittel eigenverantwortlich einnimmt. Damit leisten die Apothekerinnen und Apotheker mit ihrer Beratung Tag für Tag einen unersetzlichen Beitrag zur Sicherheit der Arzneimitteltherapie“, sagt Achterberg.

Diese Pressemitteilung und weitere Informationen finden Sie unter http://www.akberlin.de.