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Montag, 18. April 2011, 13:07 Uhr

Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz

Pressemitteilung

Berliner Kinder mit guter Gesundheit - Einschulungsdaten von 2009 vorgelegt

Berlin – Die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen von 26.796 Kindern, die 2009 in den bezirklichen Kinder- und Jugendgesundheitsdiensten durchgeführt werden, liegen vor und wurden ausgewertet. Um bei Bedarf Unterstützung oder Hilfen anbieten zu können, wurden die Ergebnisse - wie auch in früheren Jahren - nach sozialer Lage der Familie, Herkunft und Wohnbezirk differenziert, betrachtet.

Gesundheitssenatorin Katrin Lompscher: "Es ist erfreulich, dass die große Mehrheit der Berliner Mädchen und Jungen im Einschulungsalter gesund ist und somit beste Startchancen für eine gute und spannende Schullaufbahn hat. Zwar gibt es nach wie vor Zusammenhänge zwischen ihrer gesundheitlichen Entwicklung und der sozialen Lage der Familien, aber es gibt deutliche Verbesserungen. Immer mehr Berliner Kinder, auch aus türkischen, arabischen und osteuropäischen Familien besuchen vor der Einschulung länger als zwei Jahre eine Kita. Dadurch haben diese Kinder schneller und müheloser die deutsche Sprache gelernt. Diese positive Entwicklung wird sich - auch dank der nun drei beitragsfreien Kitajahre - weiter fortsetzen."

Familien in den Bezirken Neukölln, Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg sind nach wie vor sozial am stärksten benachteiligt. Das trifft besonders die Gebiete Gesundbrunnen, Wedding, Kreuzberg Nord, Kreuzberg Ost und Neukölln.

Der Anteil allein erziehender Mütter oder Väter ist seit 2005 leicht gesunken und liegt jetzt bei 27 Prozent (2005: 31 Prozent). Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund hat dagegen leicht zugenommen; von 31 Prozent im Jahr 2005 auf 35 Prozent im Jahr 2009.

Viele Bereiche der kindlichen Entwicklung erweisen sich bei den Einschulungsuntersuchungen über Jahre als vergleichsweise stabil. Das betrifft insbesondere die Auge-Hand-Koordination (17 Prozent auffällige Kinder) und das Übergewicht (zehn Prozent der Kinder).

In einigen Bereichen gibt es seit 2005 Verbesserungen. So hat sich der Anteil der Nichtraucherhaushalt, in denen Einschülerinnen und Einschüler leben, von 53 Prozent auf 60 Prozent erhöht. Die Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen U1 bis U8 ist von 75 Prozent auf 78 gestiegen. Der Anteil der Kinder mit Auffälligkeiten in der Körperkoordination ist von 15 Prozent auf 13 Prozent gesunken. Hier haben besonders die Kinder mit Migrationshintergrund deutliche Fortschritte gemacht.

Immer mehr Kinder besuchen vor der Einschulung länger als zwei Jahre eine Kita. 2009 waren dies 87 Prozent. Durch den Kitabesuch haben die Kinder mehr Möglichkeiten, die deutsche Sprache altersgerecht zu erlernen. Darüber hinaus können ihnen und ihren Familien bei Bedarf präventive und gesundheitsförderliche Angebote gemacht werden.

In den letzten fünf Jahren haben sich die Deutschkenntnisse der Kinder nichtdeutscher Herkunft deutlich verbessert. Verfügte 2005 nur die Hälfte dieser Kinder über gute oder sehr gute Deutschkenntnisse (55 Prozent), waren es 2009 mehr als zwei Drittel (67 Prozent). Darüber hinaus hat sich der Anteil der Kinder mit nicht oder kaum vorhandenen Deutschkenntnissen mehr als halbiert: von 16 Prozent im Jahr 2005 auf sieben Prozent. Besonders deutlich wurden diese Entwicklungen in Neukölln und in Mitte.

Die Grundauswertung der Einschulungsdaten in Berlin 2009 zur gesundheitlichen und sozialen Lage der Kinder ist in Tabellenform im Gesundheits- und Sozialinformationssystem (GSI; http://www.gsi-berlin.info ) einzusehen und herunterzuladen. Sie kann zudem als pdf-Datei unter der Rubrik „Struktur der Berichte/GBE/Grundauswertung“ abgerufen werden.