Übersicht / TK Techniker Krankenkasse / Meldung vom 05.07.2006

Mittwoch, 05. Juli 2006, 11:52 Uhr

TK Techniker Krankenkasse

TK-Gesundheitsreport

Berufsrisiko? - Viele Medikamente für Sicherheitsleute

Hamburg – Über 25 Milliarden Euro gaben die gesetzlichen Krankenkassen im letzten Jahr für Medikamente aus. Das verordnete Arzneimittelvolumen ist enorm. Nach Angaben des aktuellen Gesundheitsreports der Techniker Krankenkasse (TK) erhielt jeder der 2,5 Millionen TK-versicherten Beschäftigten und Arbeitslosen im letzten Jahr statistisch gesehen Medikamente für 152 Tage des Jahres. Genug also, um fünf Monate des Jahres ein Arzneimittel in der empfohlenen Tagesdosis einzunehmen.

Wie viele Medikamente verschrieben wurden, ist nicht nur abhängig von Alter, Geschlecht und Wohnort, sondern unterscheidet sich auch zwischen den einzelnen Berufsgruppen. Neben der Gruppe der Arbeitslosen, die 187 Tagesdosen und damit wie bereits in den Vorjahren mit Abstand am meisten Medikamente bekamen, erhielten auch Beschäftigte in Ordnungs- und Sicherheitsberufen mit 165 Einheiten überdurchschnittlich viele Arzneimittel. Die weiblichen Sicherheitsleute bekamen mit 171 Tagesdosen sogar noch zehn Einheiten mehr verschrieben als ihre männlichen Kollegen. Die Medikamente von Angestellten in Sicherheitsberufen reichen damit über einen Monat länger als die ihrer Kollegen in den Medien- und Geisteswissenschaften sowie der Künstler, die "nur" 132 Tagesdosen verschrieben bekamen.

Die mit Abstand am häufigsten verordnete Arzneimittelgruppe sind Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Beschwerden wie zum Beispiel Bluthochdruck. Dabei handelt es sich um Beschwerden, die in der Sicherheitsbranche zwar nicht zu erhöhten Krankschreibungen führten, die aber das Risiko unter anderem für Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich erhöhen. Gudrun Ahlers, Projektleiterin für den Gesundheitsreport bei der TK: "Das erhöhte Arzneimittelvolumen bei Sicherheitsleuten könnte damit zusammenhängen, dass die Beschäftigten durch häufig wechselnde Arbeitszeiten, das heißt Schichtarbeit, höheren gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt sind als Beschäftigte in anderen Branchen."

Weitere Informationen zum Gesundheitsreport gibt es auf der Internetseite der TK unter http://www.tk-online.de.

Hinweis für die Redaktionen:

Der TK-Gesundheitsreport erscheint jedes Jahr und analysiert die Daten der 2,5 Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen zur Arbeitsunfähigkeit (zur Gruppe der Erwerbspersonen zählen Beschäftigte und Arbeitslose). Die Krankenstandsdaten sind auf der Internetseite der TK unter http://www.tk-online.de nachzulesen. Der vollständige TK-Gesundheitsreport, der neben den Daten zur Arbeitsunfähigkeit auch die Arzneimitteldaten analysiert, ist ab Juli bei der TK erhältlich.