Frauen erhalten in Deutschland weiterhin deutlich geringere Altersrenten als Männer. Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März weisen die Deutsche Rentenversicherung Bund und der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) darauf hin, wie wichtig stabile Erwerbsbiografien für die Altersvorsorge sind und mit welchen Maßnahmen die gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung die Teilhabe von Frauen am Arbeitsleben fördert.
Der Gender Pension Gap liegt laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts bei 24,2 Prozent, ohne die Anrechnung von Hinterbliebenenrenten sogar bei 36,2 Prozent. Gründe sind unter anderem unterschiedliche Erwerbsbiografien: Frauen arbeiten deutlich häufiger in Teilzeit, unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit für Kindererziehung und übernehmen viel öfter die Pflege von Angehörigen. Fast jede zweite erwerbstätige Frau arbeitet in Teilzeit, bei Männern ist es nur etwa jeder Achte. Diese Unterschiede wirken sich unmittelbar auf Beitragszeiten und Rentenanwartschaften aus.
„Frauen tragen durch Mehrfachverantwortung in Beruf, Familie und Pflege auch besondere gesundheitliche Belastungen. Medizinische und berufliche Rehabilitationsleistungen sind zentrale Ansätze, um Erwerbsfähigkeit zu erhalten und den Wiedereinstieg in den Beruf zu unterstützen. Jede erfolgreich stabilisierte Erwerbsbiografie verbessert die eigenständige Alterssicherung von Frauen“, betont Rebecca Liebig, Mitglied im Bundesvorstand der Deutschen Rentenversicherung Bund.
Die Selbstverwaltung der gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung spielt dabei eine entscheidende Rolle. In ihren Gremien entscheiden Vertreterinnen und Vertreter von Versicherten und Arbeitgebern über die Ausrichtung der Rehabilitationsangebote und stellen die dafür notwendigen finanziellen Mittel bereit. So wird sichergestellt, dass Leistungen bedarfsgerecht weiterentwickelt und gezielt eingesetzt werden.
2024 wurden rund eine Million medizinische Rehabilitationsleistungen durch die Deutsche Rentenversicherung bewilligt, etwa 52 Prozent davon für Frauen. Im Durchschnitt sind die Rehabilitandinnen 53,4 Jahre alt und somit im erwerbsfähigen Alter. Also in einer Lebensphase, in der gesundheitliche Einschränkungen unmittelbare Auswirkungen auf Einkommen und spätere Rentenansprüche haben. Bei den Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben, der sogenannten beruflichen Reha, zeigt sich ein deutlich anderes Bild: Von rund 118.000 abgeschlossenen Leistungen im Jahr 2024 wurden lediglich knapp 34 Prozent von Frauen wahrgenommen.
Der vdek unterstreicht, dass die von den Ersatzkassen finanzierten Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen im Schulterschluss mit der Deutschen Rentenversicherung Bund gezielt dazu beitragen, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu adressieren: „Die jeweiligen Reha-Angebote sollen insbesondere Frauen unterstützen, ihre beruflichen und gesundheitlichen Perspektiven zu sichern – ob nach einer Erkrankung, während familiärer Belastungsphasen oder beim Wiedereinstieg in den Job“, erklärt Sylvi Krisch, stellvertretende Vorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen e. V. (vdek).
Trotz Verbesserungen in Bildung und Erwerbsbeteiligung bleibt die eigenständige Alterssicherung von Frauen eine gesellschaftliche Aufgabe. Eine höhere Erwerbsbeteiligung in Vollzeit, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie eine gerechtere Verteilung von Sorgearbeit sind wesentliche Stellschrauben, um den Gender Pension Gap langfristig zu reduzieren. Deutsche Rentenversicherung Bund und vdek setzen sich gemeinsam mit ihrer Selbstverwaltung dafür ein, Rehabilitationsangebote weiterzuentwickeln und Frauen dabei zu unterstützen, ihre Erwerbsbiografien zu stabilisieren – für mehr Teilhabe am Arbeitsleben und finanzielle Sicherheit im Alter.
„Mitreden!“: Informationsinitiative zur Sozialen Selbstverwaltung
Mit der Initiative „Mitreden!“ informieren die Deutsche Rentenversicherung Bund und Ersatzkassen gemeinsam über die Soziale Selbstverwaltung: Wie Soziale Selbstverwaltung funktioniert, welche Menschen dahinterstehen und wie Versicherte mitentscheiden können, was bei Rente und Gesundheit passiert. Weitere Informationen finden Sie auf www.sozialwahl.de sowie bei Instagram und LinkedIn.