Übersicht / Deutsche Stiftung Organtransplantation / Meldung vom 06.06.2008

Freitag, 06. Juni 2008, 11:58 Uhr

Deutsche Stiftung Organtransplantation

Bundeskanzlerin Merkel übernimmt Schirmherrschaft „Fürs Leben.“

Bisher größte Informationskampagne für Organspende startet in 17 Städten

Berlin – Mit der Leitidee, das Leben als ein Geschenk zu begreifen und in diesem Sinne weiterzugeben, startet die bislang größte bundesweite Informationskampagne für Organspende. In 17 großen deutschen Städten von Hamburg über Berlin und Frankfurt bis München machen Großflächenplakate mit dem Slogan „Dieser Moment ist ein Geschenk“ die Menschen auf das wichtige Thema Organspende aufmerksam. Über verschiedene emotionale Szenen aus dem Leben sollen die Plakate zur Reflektion über das Leben anregen. Dabei zieht sich das Geschenk des Lebens als zentrales Motiv durch die gesamte Kampagne. Möglichst viele Menschen sollen motiviert werden, über das Thema Organspende nachzudenken und sich über das Internetportal der Initiative weiter zu informieren.

Ins Leben gerufen wurde die Initiative „Fürs Leben. Für Organspende.“ von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) mit Sitz in Frankfurt am Main. Die gemeinnützige Stiftung, die seit dem Jahr 2000 den gesetzlichen Auftrag der Koordinierung der Organspende in Deutschland erfüllt, geht pünktlich zum Tag der Organspende am 7. Juni 2008 mit ihrer Initiative an die Öffentlichkeit. Schirmherrin ist Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, die die Kampagne mit den Worten unterstützt: „Die Entscheidung für eine Organspende ist die Entscheidung für das Weiterleben eines Mitmenschen. Daher unterstütze ich sehr gerne die Kampagne der DSO und möchte auch Sie ermutigen: Sagen Sie „Ja“ zum Leben, sagen Sie „Ja“ zur Organspende.“

Internetportal mit emotionalen Geschichten aus dem Leben

Das Potenzial der Menschen, die durch die Initiative „Fürs Leben. Für Organspende.“ angesprochen werden soll, ist groß. Umfragen zeigen immer wieder, dass über 80 Prozent der Menschen in Deutschland der Organspende grundsätzlich positiv gegenüber stehen, fast 70 Prozent würden einer Organentnahme nach ihrem Tod zustimmen, aber nur 12 Prozent besitzen einen Organspendeausweis. Dazu kommt, dass 98 Prozent der Bevölkerung eine Organspende annehmen würden, wenn dadurch das eigene Leben gerettet werden könnte. Doch die meisten Menschen haben sich bisher noch nicht ernsthaft mit diesem Thema auseinandergesetzt. Die DSO sieht es auch als ihre Aufgabe an, möglichst viele Menschen über das Thema Organspende aufzuklären und fürs Leben zu gewinnen.

Unter http://www.fuers-leben.de ist das Internetportal der Initiative ebenfalls heute online gegangen. Hier findet man neben den wichtigen Informationen rund um Organspende und Transplantation vor allem viele emotionale Geschichten aus dem Leben. Im Mittelpunkt stehen dabei Menschen, die durch eine Organspende ein zweites Leben geschenkt bekommen haben und Menschen, die sich persönlich für Organspende und damit fürs Leben einsetzen. Da ist zum Beispiel Meike, die mit zehn Jahren eine Niere geschenkt bekam und sich heute noch genau erinnert, wie ruhig und glücklich sie an dem Tag ihrer Transplantation war. Oder der kleine Hannes, der mit einem Herzfehler geboren wurde und dank des Geschenks eines anderen kleinen Menschen weiterleben darf.

Wer gesund ist, kann sich kaum vorstellen, wie es ist, dreimal in der Woche für mehrere Stunden an ein Dialysegerät angeschlossen zu sein, über ein Sauerstoffgerät atmen zu müssen oder nicht einmal mehr die Kraft zu besitzen, um die Zahnbürste an den Mund zu führen. Für Patienten, die dringend ein neues Organ benötigen, ist dies jedoch die bittere Realität.

Die Transplantation ist für viele Menschen wie ein Geschenk und oftmals die einzige Chance, um zu überleben. In den vergangenen 45 Jahren konnten in Deutschland insgesamt rund 89.000 gespendete Organe verpflanzt werden, darunter fast 60.000 Nieren, über 14.000 Lebern, mehr als 9.000 Herzen und knapp 2.700 Lungen. Hinter jeder Transplantation steht ein Patient, der das Geschenk fürs Leben dankbar angenommen hat. Es sind Geschichten aus dem Leben, wie sie jeden von uns jederzeit treffen können. Sie erzählen in Bildern, Filmen und Interviews von Angst, Trauer und einer schweren Entscheidung, aber auch von Hoffnung, Trost, Vertrauen und Lebensfreude. Und immer wieder stellt sich dabei die Frage „Das Geschenk des Lebens würde doch jeder annehmen, oder?“

Im vergangenen Jahr konnte über 4.000 Menschen mit einer Transplantation geholfen werden, aber es stehen immer noch dreimal so viele Patienten auf der Warteliste. Allein in Deutschland hoffen derzeit rund 12.000 Menschen, dass ihnen mit einer Organspende geholfen wird.

Wenn jeder bereit ist und jeder mitmacht, kann allen geholfen werden.

Bereits seit Jahren wirkt die DSO dem Organmangel durch eine ständig optimierte Zusammenarbeit mit den Kliniken sowie einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit entgegen. Da es in erster Linie die informierten und aufgeklärten Menschen sind, die einer Organspende zustimmen, sieht die DSO den Schlüssel zum Erfolg in einer breiten Informationskampagne. „Wir möchten mit dieser ersten bundesweiten Kampagne die Menschen berühren und die Erfolge der Transplantationsmedizin erlebbar machen. Möglichst jeder Mensch sollte sich mit diesem wichtigen Thema auseinandersetzen, darüber nachdenken und für sich eine Entscheidung treffen“, erklärt Prof. Dr. Günter Kirste, medizinischer Vorstand der DSO. Er erhofft sich von allen Menschen ein Stück gelebte Solidarität mit den Patienten, die auf ein lebensrettendes Organ warten. „Wenn jeder bereit ist und jeder mitmacht, kann allen geholfen werden!“, lautet deshalb das einfache Fazit des Mediziners.

Organspendekampagne ist eine Gemeinschaftsaufgabe

Bei der Umsetzung dieser Initiative, die langfristig angelegt ist, sollen auch weitere Institutionen und Partner eingebunden werden. Dr. Thomas Beck, kaufmännischer Vorstand der DSO, wünscht sich für die Zukunft möglichst viele Partner aus Politik, Gesundheitswesen und Wirtschaft, die diese Initiative mittragen und unterstützen: „Erst wenn wir die Organspende umfassend als gemeinschaftliche Aufgabe begreifen und aus dem Alltag heraus an die Menschen appellieren, kann den vielen Patientinnen und Patienten auf der Warteliste geholfen werden. Auf diesem Weg kommen wir unserem Ziel, jeder Patientin und jedem Patienten auf der Warteliste die lebensrettende Transplantation zu ermöglichen, hoffentlich gemeinsam Schritt für Schritt ein Stück näher“, erklärt Beck. Eine erste größere Kooperation startet bereits in diesen Tagen. Gemeinsam mit der Ärzte Zeitung und zwei großen Krankenkassen werden Ärzte und Apotheker über das Thema informiert und erhalten Plakate zum Aushang in ihren Wartezimmern und Apotheken.

http://www.fuers-leben.de