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Bonuszahlungen an medizinischer Qualität orientieren

Pressemitteilung

Berlin – Der Marburger Bund hat die Krankenhäuser aufgefordert, ärztliche Führungskräfte nicht länger für wirtschaftliche Risiken in Mithaftung zu nehmen. „Ärzte sind zuallererst ihren Patienten verpflichtet und müssen unbeeinflusst von ökonomischen Interessen der Krankenhäuser ihrer Tätigkeit nachgehen können“, forderte Rudolf Henke, 1. Vorsitzender des Marburger Bundes, vor Beginn der 122. Hauptversammlung des Ärzteverbandes in Berlin. Der Marburger Bund betrachte mit Sorge, dass immer mehr Chefarztverträge variable Einkommensbestandteile vorsehen, die primär an das Erreichen ökonomischer Zielgrößen gekoppelt sind. „Um es klar zu sagen: Fallzahlen haben in Zielvereinbarungen nichts zu suchen. Bonuszahlungen müssen an der medizinischen Qualität und der Patientenzufriedenheit orientiert sein und nicht an Leistungsmengen und Umsatzvorgaben“, sagte Henke.

Der MB-Vorsitzende kritisierte in diesem Zusammenhang die zögerliche Haltung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), die es bisher versäumt habe, ihre Beratungs- und Formulierungshilfen für Chefarztverträge zu überarbeiten. Zwar habe die DKG in einem Rundschreiben an ihre Mitgliedsverbände klargestellt, dass Mengenvereinbarungen im Rahmen der Transplantationsmedizin kein geeigneter Gegenstand einer Zielvereinbarung mit Chefärzten seien. Zu einer grundlegenden Abkehr von solchen Zielvereinbarungen in allen Bereichen der stationären Versorgung sei die DKG aber bisher nicht bereit. „Wir fordern die DKG auf, in ihren Empfehlungen an die Krankenhäuser unmissverständlich klarzustellen, dass es in Arbeitsverträgen keine finanziellen Anreize für einzelne Operationen oder andere stationäre Leistungen geben darf“, so Henke.

Der Marburger Bund wird auf seiner 122. Hauptversammlung in Berlin die aktuelle Diskussion um Chefarzt-Boni aufgreifen und in einen größeren Zusammenhang stellen. In der öffentlichen Veranstaltung am heutigen Freitag (14 bis 18 Uhr) werden die 210 Delegierten über das Thema „Belohnung für falsches Handeln? – Ökonomische Anreize im Krankenhaus“ diskutieren. Der Freiburger Medizinethiker Prof. Dr. Giovanni Maio und der Münchener Gesundheitsökonom Prof. Dr. Günter Neubauer werden als Referenten jeweils ihre Sichtweise in die Diskussion einbringen.

Die MB-Hauptversammlung tagt heute und morgen im Estrel Hotel Berlin. Am Samstag stehen u.a. der Lagebericht des Vorsitzenden, die Tarifpolitik und die Wahl der Kleinen Tarifkommission auf dem Programm.