Hannover – Am 4. Februar 2026 findet der Weltkrebstag der Internationalen Vereinigung gegen Krebs (UICC) zum 26. Mal statt. Der Weltkrebstag soll die Vorbeugung, Forschung und Behandlung von Krebs ins öffentliche Bewusstsein rücken und über Prävention sowie Früherkennung aufklären. Auch die Deutsche Leberstiftung beteiligt sich daran und fördert die Vermeidung und frühe Diagnose von Lebertumoren. Das aktuelle Motto lautet „Gemeinsam einzigartig“ (United by Unique). Es weist darauf hin, dass Krebspatienten zwar durch ihre Diagnose miteinander verbunden sind, darüber hinaus aber eine eigene Geschichte, eigene Erfahrungen und eigene Bedürfnisse haben.
Bei Tumoren der Leber wird zwischen dem primären Leberzellkrebs (Hepatozelluläres Karzinom, HCC) und dem sekundären Leberkrebs unterschieden. Das HCC ist der fünfthäufigste Tumor weltweit und entsteht in den westlichen Ländern meist als Folge einer fortgeschrittenen chronischen Lebererkrankung. Führt eine solche Lebererkrankung zur Ausbildung einer Leberzirrhose, steigt das Risiko für die Entstehung eines HCCs stark an. Häufig kommt das HCC bei bestimmten chronischen Virusinfektionen der Leber, wie zum Beispiel chronischer Hepatitis B oder C, vor. Aber auch eine Leberzirrhose aufgrund einer metabolisch- oder alkoholbedingten Lebererkrankung geht mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung eines HCCs einher. Während sich bei den meisten Lebererkrankungen ein HCC aus der Leberzirrhose entwickelt, muss dies bei der metabolisch bedingten Lebererkrankung (auch Fettlebererkrankung genannt) nicht der Fall sein. Bei fast 50 Prozent der durch eine Fettleber verursachten Krebsfälle litten die Patienten zuvor nicht an einer Leberzirrhose, sondern lediglich an einer Fettleberentzündung.
Es gibt weitere primäre Krebserkrankungen der Leber, zum Beispiel das Cholangiozelluläre Karzinom (CCA), das die Gallenwege und die Gallenblase betrifft. Diese können sowohl die Gallenwege innerhalb der Leber (intrahepatische CCAs), die Gallenwege außerhalb der Leber (extrahepatische CCAs) als auch die Gallenblase (Gallenblasenkarzinom) betreffen. Es handelt sich hierbei um einen seltenen Tumor, wobei die Häufigkeit des iCCAs in den letzten Jahren angestiegen ist. In westlichen Ländern sind die Hauptrisikofaktoren für die Entstehung eines iCCAs eine Leberzirrhose, eine chronische Hepatitis C oder B, Alkoholkonsum und Diabetes. Auch die Primär Sklerosierende Cholangitis (PSC) kann die Ursache für ein Cholangiozelluläres Karzinom sein.
Früherkennung und Vermeidung
Prof. Dr. Heiner Wedemeyer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung, weist auf die Bedeutung einer frühen Diagnose hin: „Je früher Lebererkrankungen und Lebertumoren erkannt werden, desto besser können sie behandelt und in manchen Fällen sogar geheilt werden. Daher sind Aufklärung und Früherkennung enorm wichtig.“
Noch bedeutsamer ist jedoch die Vermeidung von Lebertumoren: „Das Risiko für die Entstehung von Lebertumoren lässt sich durch eine lebergesunde Lebensweise und durch die Vermeidung von Risikofaktoren für Lebererkrankungen wie übermäßigem Alkoholkonsum und dem Metabolischen Syndrom deutlich senken. Dazu tragen auch die Früherkennung und die adäquate Behandlung von Lebererkrankungen elementar bei“, betont Prof. Wedemeyer.
Diagnostik und Therapie
Die Diagnose von Lebertumoren erfolgt meist mit modernen bildgebenden Verfahren wie Ultraschall, CT (Computertomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie). Besonders bei Menschen mit bekannten Lebererkrankungen können Tumoren so früh erkannt werden.
Die Behandlung richtet sich nach Größe und Ausbreitung des Tumors sowie nach der Leberfunktion. Im Frühstadium kann im Rahmen einer Operation ein Teil der Leber mit einem „Sicherheitsabstand“ entfernt werden (Leberteilresektion). Wenn dies nicht möglich ist, stehen lokale Verfahren wie Radiofrequenzablation (RFA), Mikrowellenablation (MWA) oder irreversible Elektroporation (IRE) zur Verfügung. Dabei wird der Tumor gezielt zerstört oder in seinem Wachstum gebremst. Bei mehreren über die ganze Leber verteilten Tumoren kann die Transarterielle Chemoembolisation (TACE) als Therapie geeignet sein. Im fortgeschrittenen Stadium kommen zudem moderne Medikamente, darunter Immun- und zielgerichtete Therapien, zum Einsatz. Diese können das Tumorwachstum verlangsamen und die Lebensqualität verbessern. Damit steht eine ganze Reihe von Therapien auch für Patienten mit fortgeschrittenen Tumoren zur Verfügung. Weitere Substanzen befinden sich in der klinischen Prüfung.
Die Deutsche Leberstiftung bietet unter anderem kostenfreie Broschüren zu den Themen „Leber und Krebs“, „Krebs der Gallenwege und der Gallenblase (CCA)“ sowie zu „Primär Sklerosierende Cholangitis (PSC)“ für Betroffene und ihre Angehörigen an. Bei der Stiftung können auch der „Leberzellkrebs-Früherkennungspass“ und der „Leberzirrhose-Pass“ kostenfrei bestellt werden. Die Download- und Bestellmöglichkeiten finden Sie auf der Website www.deutsche-leberstiftung.de unter „Service“.
Deutsche Leberstiftung
Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch Forschungsförderung, Forschungsvernetzung und wissenschaftliche Projekte zu verbessern. Mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet außerdem Information und Beratung in medizinischen Fragen. Auf der Website finden Sie umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für Betroffene, Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter: www.deutsche-leberstiftung.de.