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Montag, 09. Oktober 2006, 13:49 Uhr

Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e.V.

Welt-Rheuma-Tag : 12. Oktober 2006

Deutsche Rheuma-Liga stellt Aktionsplan vor: Eine bessere Versorgung rheumakranker Menschen ist möglich

Bonn/Berlin – 9.10.2006. Viel zu viele Patienten mit rheumatischen Erkrankungen erhalten derzeit in Deutschland keine rechtzeitige oder angemessene Therapie. Es fehlt vielerorts an Rheumatologen. Bis zu sechs Monate müssen Betroffene auf Termine beim Facharzt warten. Frühsprechstunden zur Abklärung von Verdachtsdiagnosen sind zu wenig bekannt, Primärärzte nicht ausreichend ausgebildet. Auf diese und zahlreiche weitere Defizite in der Versorgung rheumakranker Menschen weist die Deutsche Rheuma-Liga aus Anlass des Welt-Rheuma-Tages, 12. Oktober 2006, in ihrem erstmals erarbeiteten Aktionsplan Rheuma hin. Mit der eindringlichen Bitte sich für chronisch rheumakranke Menschen einzusetzen überreicht der Verband den Aktionsplan Rheuma heute an Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

"Mit unserem Aktionsplan richten wir uns an alle, die Verantwortung tragen und ihren Part haben in der Betreuung und Versorgung rheumakranker Menschen", erläutert Christine Jakob, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga vor der Presse in Berlin. Der Maßnahmenplan beinhaltet für einzelne Krankheitsbilder wie Arthrose, entzündliches Rheuma, Fibromyalgie oder auch Rheuma bei Kindern konkrete Empfehlungen zur Prävention, medizinischen Versorgung, Rehabilitation, sozialen Sicherung und Forschung. Unter dem Motto "Rheuma braucht eine starke Stimme" wird die Deutsche Rheuma-Liga in den kommenden Wochen und Monaten Gespräche auf Bundes- und Landesebene führen mit Verantwortlichen in Ministerien, Krankenkassen, Kassenärztlichen Vereinigungen und Ärzteorganisationen, um Schwachstellen aufzuzeigen und auf längere Sicht Verbesserungen zu erreichen.

Mit Blick auf die aktuelle Gesundheitsreform mahnt der Verband chronisch Kranke nicht noch weiter finanziell zu belasten. Viele Rheuma-Betroffene sind gezwungen ihre Arbeit aufzugeben und geraten in extreme Existenznot. Fahrtkosten zum Arzt, Kosten für nicht-verschreibungspflichtige Medikamente und Hilfsmittel des täglichen Gebrauchs müssen selbst bezahlt werden. "Die Chronikerregelung reicht nicht aus, um soziale Härten abzufangen", erklärt die Rheuma-Liga. Weitere Informationen: www.rheuma-liga.de