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Dienstag, 08. April 2008, 12:43 Uhr

prologi.org / Verein für kassenärtzliche Fortbildung e. V.

Konsens zwischen DGE-Vertreter und LOGI-Verfechter:

Dr. Volker Pudel und Dr. Nicolai Worm einigen sich auf Less Carb!

Lünen – Die gemeinsame Erklärung von Low Carb-Vorreiter Dr. Nicolai Worm und dem Kohlenhydrat-Verfechter der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Prof. Dr. Volker Pudel, ist ein wichtiger Schritt für Millionen Kranke. Hatte der Sektionsleiter der DGE bislang hauptsächlich auf Kohlenhydrate gesetzt, empfiehlt auch er jetzt nach neuster Datenlage: Weniger ist mehr!

Konkreter Vorschlag des "gemeinsamen Konsensuspapiers Ernährung 2008" im Ärzte-Fachjournal "Der Kassenarzt" (4, 2008, 24 - 26): Die Kohlenhydratzufuhr um 5-15 Prozent senken und im Gegenzug die Eiweißzufuhr um 5-15 Prozent erhöhen! Zeitgemäßes Essen soll sich demnach aus 20-30 Prozent Eiweißen und jeweils 30-40 Prozent Fetten und Kohlenhydraten zusammensetzen - letztere mit Rücksicht auf die Blutzuckerwerte möglichst von niedriger glykämischer Last. Für die meist übergewichtigen Patienten mit metabolischem Syndrom bzw. Typ-2-Diabetes wird zudem eine weiterreichende Reduktion der Kohlenhydratzufuhr gegen eine Erhöhung des Fettanteils auf 40-50 Prozent der Energiezufuhr empfohlen.

Für Pudel, Sektionsleiter der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) in Niedersachsen, bedeutet die Autorenschaft im vorliegenden Konsensuspapier eine Art "wissenschaftliche Läuterung". Nicht umsonst hat ihn die Fachzeitschrift "Der Kassenarzt" einst noch "Papst der Kohlenhydrat-Mast" (Ausgabe 4, 2003, 14- 16) genannt. Die richtungsweisende Übereinkunft hat Dr. Hardy Walle, Gründer und Vorstand der BODYMED AG, eingefädelt. Er brachte die beiden ehemaligen Kontrahenten zusammen, denn die Datenlage ist inzwischen eindeutig: So hatte bspw. die im Juli 2007 veröffentlichte Cochrane-Analyse die Überlegenheit von LOGI-Diäten zum Beispiel hinsichtlich einer Reduktion von Übergewicht und damit verbundener Risikofaktoren hervorgehoben. Höchste Zeit: Inzwischen leiden rund 20 Millionen Deutsche unter Stoffwechselstörungen. Weitere 8,5 Millionen sind bereits Diabetiker.