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Dreyer: Plan sichert gutes stationäres Angebot für alle Menschen im Land

Landeskrankenhausplan 2010

Mainz – Gesundheitsministerin Malu Dreyer hat heute in Mainz den neuen Landeskrankenhausplan 2010 vorgestellt, den das Kabinett zuvor zustimmend zur Kenntnis genommen hatte. Der neue Krankenhausplan umfasst den Zeitraum bis 2016. Grundlage ist ein Gutachten der Gesellschaft für betriebswirtschaftliche Beratung (GEBERA). „Im Vordergrund der Planung steht, die Krankenhäuser in der Fläche zu sichern, damit alle Menschen im Land auch zukünftig ein möglichst wohnortnahes und qualitativ hochwertiges stationäres Angebot zur Verfügung haben“, sagte Malu Dreyer. Von den landesweit 24.700 Betten seien etwa 760 abgebaut worden. Damit liege Rheinland-Pfalz mit seiner Bettendichte im Bundesdurchschnitt. Gleichzeitig werden gut 250 tagesklinische Plätze aufgebaut. Darüber hinaus werden bis zu 570 bestehende Betten in geriatrische Betten umgewandelt.

Der Spielraum der Krankenhäuser bei der Gestaltung ihres Angebotes wird erweitert. Um unter den Bedingungen des DRG-Entgeltsystems bestehen zu können, lege der neue Krankenhausplan künftig nur noch die Fachrichtungen und die Bettenzahl für jede Fachrichtung eines Krankenhauses fest, weise aber nicht mehr wie bisher Hauptfach- und Belegabteilungen aus, so die Ministerin.

„Die Sicherstellung der stationären medizinischen Versorgung im ländlichen Raum ist eine zentrale Aufgabe“, sagte Malu Dreyer. Die Bildung von Verbünden diene dem Erhalt kleinerer Standorte, die allein kaum oder gar nicht lebensfähig wären. Deshalb soll die Bildung von Verbünden vereinfacht werden. „Für ein ländlich geprägtes Land wie Rheinland-Pfalz sind Verbundkrankenhäuser ein wesentlicher Faktor einer wohnortnahen stationären Versorgung“, so Malu Dreyer. Ein Verbundkrankenhaus gilt künftig als ein Krankenhaus mit einem Versorgungsauftrag und einem Institutskennzeichen und verfügt über mindestens zwei Standorte beziehungsweise Betriebsstätten. Das Verbundkrankenhaus hat die Grundversorgung im Einzugsgebiet seiner Betriebsstätten sicherzustellen. Der Krankenhausträger entscheidet mit Ausnahme der Grundversorgung weitgehend selbst, an welchem Standort seines Verbundes er bestimmte Leistungen erbringen will.

Dem Ziel, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum sicherzustellen, diene auch ein Modellprojekt, mit dem interdisziplinäre Versorgungsstrukturen erprobt werden sollen, so die Ministerin. Dazu soll in der Glantalklinik Meisenheim neben den bereits bestehenden Fachrichtungen ‚Innere Medizin’ und ‚Chirurgie’ eine interdisziplinäre Fachabteilung mit 30 Betten ausgewiesen werden. Hier sollen Angebote der Grundversorgung in den Bereichen ‚Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen’, ‚Gynäkologie’ und ‚Urologie’ vorgehalten werden.

Für die Qualitätssicherung im Krankenhaus sei die Anzahl der Behandlungen und Operationen in einem bestimmten Fachbereich ein wichtiger Faktor, so die Ministerin. Der Gemeinsame Bundesausschuss von Krankenkassen und Leistungserbringern lege so genannte Mindestmengen bei Eingriffen fest, die nötig sind, um die notwendige medizinische Qualität zu sichern. Das Gutachten der GEBERA habe ergeben, dass die meisten Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz, die Behandlungen an Speiseröhre und Bauchspeicheldrüse durchführen, die vom Bundesausschuss festgelegte Mindestmenge nicht erfüllen. Daher plant die Landesregierung, die Leistungserbringung bei diesen Erkrankungen zu konzentrieren. Gemeinsam mit allen an der Krankenhausplanung Beteiligten werde das Ministerium jeweils ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung für jedes Versorgungsgebiet mit einem speziellen Versorgungsauftrag festlegen, kündigte die Ministerin an.

Ebenfalls zur Qualitätssicherung beitragen soll die Einführung eines Zertifizierungsverfahrens in der Gefäßchirurgie. Vor allem durch die zunehmende Zahl älterer Menschen steige auch die Zahl von Gefäßerkrankungen und damit der Bedarf an Angeboten der Gefäßchirurgie, erklärte Malu Dreyer. In Rheinland-Pfalz erbringen nach Angaben der Ministerin etwa 30 Krankenhäuser gefäßchirurgische Leistungen innerhalb der Chirurgie, aber nur das Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus in Speyer und das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Trier sind nach den Maßgaben der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie zertifiziert. Nur in zertifizierten Gefäßzentren könne aber auf Dauer eine hohe Qualität der Behandlung gewährleistet werden, so die Ministerin. Denkbar seien dabei auch Vernetzungen von Kliniken, Aufteilung von Aufgaben, die Bildung mobiler Operationsteams und die Bildung von Zweigstellen. Alle Krankenhäuser im Land, die derzeit gefäßchirurgische Leistungen erbringen, werden aufgefordert, bis zum 31. Dezember 2012 eine Zertifizierung ihrer gefäßchirurgischen Einheit nach Maßgabe der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie zu erwirken. Das Zertifikat soll Grundlage für eine entsprechende Erneuerung des Versorgungsauftrages sein.

Mit dem neuen Krankenhausplan setzt das Land auch das Geriatriekonzept um, das die Ministerin Ende vergangenen Jahres vorgelegt hat. Damit soll die medizinische Versorgung von älteren Patientinnen und Patienten im Land weiter verbessert werden. „Mit der wachsenden Zahl älterer Menschen steigt auch der Bedarf an speziellen geriatrischen Angeboten“, sagte die Ministerin. Die Landesregierung will eine flächendeckende Struktur mit geriatrischen Kapazitäten erreichen und dabei auf vorhandenen Angeboten aufbauen. Ziel sei es, eine gute ambulante und stationäre Akutbehandlung sowie Rehabilitation sicherzustellen. Mit dem neuen Krankenhausplan werden bis zu 570 Planbetten für geriatrische Angebote ausgewiesen; 260 Betten davon in der Struktur einer Hauptfachabteilung in Mainz, Trier, Koblenz, Ludwigshafen und Kaiserslautern und bis zu 310 Betten in der Struktur eines ‚Schwerpunktes Geriatrie’ innerhalb der Fachrichtung ‚Innere Medizin’.

Der neue Krankenhausplan wurde nach Angaben der Ministerin eng mit allen an der Krankenhausversorgung Beteiligten abgestimmt. In Versorgungsgebietskonferenzen wurden die Krankenhäuser und ihre Träger ausführlich über das Gutachten der GEBERA informiert. In Einzelergebnissen mit allen Krankenhausträgern wurden einvernehmliche Ergebnisse über die zukünftige Struktur und Größe der Krankenhäuser erzielt. Im Ausschuss für Krankenhausplanung wurden die einzelnen Schritte des Plans und der Entwurf des Krankenhausplans intensiv beraten. „Durch den vertrauensvollen Dialog mit allen Beteiligten haben wir ein hohes Einvernehmen erzielt, das zu einer guten Umsetzung des Plans beitragen wird“, sagte die Ministerin